JEVERLAND Das Jahr 2010 endet, wie es begonnen hat: Schnee und Eis haben das Jeverland fest im Griff. Während sich die Schüler im Januar über verlängerte Winterferien freuen konnten, gab es im Dezember vor dem offiziellen Ferienbeginn vier Tage Extrafrei.

Und mit dem Wintereinbruch wiederholen sich auch die Probleme auf den Straßen. Das Streusalz ist knapp, die Fahrbahnen sind spiegelglatt. Im neuen Jahr werden die Kommunen wohl in die Kasse greifen müssen, um die Lagerkapazitäten für Streusalz zu erhöhen. Denn dieses Jahr zeigt: Strenge Winter sind auch hier an der Küste keine Einmalerscheinung, sondern können wiederkehren.

Die Kassen der Städte und Gemeinden – und das war in diesem Jahr ein weiteres zentrales Thema – sind indes leer. Zwar hat das Konjunkturpaket des Bundes noch zahlreiche Investitionen ermöglicht und der Stadt Jever in Cleverns sogar den in Zeiten des demografischen Wandels ungewöhnlichen Neubau eines Kindergartens im Ortsteil Cleverns beschert. Doch nun sind die Kassen leer. Im Jahr 2011 muss an allen Ecken und Enden gespart werden.

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Trotz der sicherlich auch konjunkturbedingten Finanzmisere der Kommunen haben die Friesländer die Finanz- und Wirtschaftskrise gut gemeistert. „Zuversicht statt Miesmacherei“ lautet die Devise – und die hat sich bewährt. Die Arbeitslosenquote in Friesland lag Ende November bei 6,7 Prozent, vor vier Jahren hatte sie noch mehr als 12 Prozent betragen. In den Jahren 2009 und 2010 haben Firmen in Friesland insgesamt knapp 210 Millionen Euro investiert, berichtete Frieslands Landrat Sven Ambrosy, der am Donnerstag gemeinsam mit den stv. Landräten Reinhard Onnen-Lübben und Olaf Lies die Jahresbilanz des Landkreises vorlegte. Nicht eingerechnet seien kleinere Investitionen von Handwerkern, Landwirten und Freiberuflern. Auch der Landkreis hat investiert – vor allem in seine Schulen.

Sinnbild für die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Perspektiven seien der AeroPark und das Ausbildungszentrum beim Flugzeugbauer Premium Aerotec in Varel. Dort werden Millionenbeträge investiert. „Ideen aus der Region haben den Standort gerettet“, betont Ambrosy.

Auch in der Tourismuswirtschaft rechnet der Landkreis mit steigenden Gästezahlen. Nach dem schon hervorragenden Jahr 2009 zeichnet sich Ambrosy zufolge für das Jahr 2010 an der niedersächsischen Nordseeküste ein Plus von zwei Prozent ab. Detaillierte Zahlen für Friesland liegen noch nicht vor. Der Landrat geht aber davon aus, dass sich der positive Trend auch hier widerspiegelt. Schon länger wird vermutet, dass der Inlandstourismus von der Wirtschafts- und Finanzkrise profitiert. Urlaub in Deutschland ist „in“. Die Tourismuswirtschaft ist im Jeverland auch eine Stütze des stabilen Arbeitsmarktes.

2010 war im Jeverland aber auch das Jahr der „Aufreger“: In Jever sorgte zu Jahresbeginn die neue Regenwassergebühr für Unmut. Gaspreis-Protest, Flugsteuer für Inselflüge, das neue Schortenser Stadt-Logo, die im jeverschen Rat gescheiterte Tourismus-Abgabe, die ungewisse Bahnanbindung des Jade-Weser-Ports samt Bahnumfahrung Sande, der Streit um das derzeit geschlossene Bismarck-Museum in Jever und das Künstlerhaus in Hooksiel sowie die Neuregelung des ärztlichen Notdienstes im Jeverland sind nur einige Beispiele für Themen, die die öffentliche Diskussion bestimmt haben. Die Notdienstregelung ist aber auch ein Beispiel dafür, dass Bürgerprotest Wirkung zeigt: Die Kassenärztliche Vereinigung lenkte ein, seit dem 1. Oktober gibt es nun einen neu geordneten Bereitschaftsdienst, mit dem offenbar alle leben können.

Nach knapp fünf Jahren verließ im Oktober Oberst Karl-Heinz Kubiak (ovales Bild) das in Upjever stationierte Objektschutzregiment der Luftwaffe „Friesland“. Kubiak hatte als Kommandeur der Einheit immer Wert auf einen engen und offenen Kontakt zur Bevölkerung gelegt. Am 5. Mai fand vor dem Bürgerhaus Schortens erstmals eine öffentliche Verabschiedung von Soldaten in den Afghanistan-Einsatz statt.

Am 24. Juni, wenige Tage vor der spannenden Wahl des Bundespräsidenten, besuchte das jetzige Staatsoberhaupt Christian Wulff noch als Ministerpräsident von Niedersachsen die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen des Seebads Horumersiel und zeigte sich am Strand ganz volksnah.

Ein wichtiges Jubiläum wird auch das Jahr 2011 prägen. Jever feiert den 475. Jahrestag der Stadtrechte-Verleihung, gleichzeitig kann der Jeverländische Altertums- und Heimatverein als „Wiege“ des Schlossmuseums auf sein 125-jähriges Bestehen zurück blicken.

Und dann ist da natürlich die Kommunal- und Landratswahl am 11. September 2011. Spannend wird hier die Frage sein, ob die Wahlbeteiligung weiter sinkt, oder ob die Bürger in Friesland ihre Chance wahrnehmen, ihr unmittelbares Lebensumfeld mit einer Stimmabgabe mitzugestalten.

Melanie Hanz Redakteurin / Gesamtleitung Friesland
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