VAREL Den Tag vor Weihnachten 2010 wird Familie Logemann nicht vergessen. An jenem Tag sollte die Mutter und Großmutter Hanna Logemann auf dem Vareler Friedhof beigesetzt werden. Auf Wunsch der Verstorbenen sollte es eine schlichte Urnenbeisetzung sein. Doch als die Trauergesellschaft zum Vareler Friedhof kam, war dort keine Beisetzung vorbereitet und auch die Urne der Verstorbenen war nicht da.

Hanna Logemann war am 5. Dezember im Alter von 83 Jahren verstorben. Enkel Sascha Bolloff hatte das Bestattungsunternehmen Novis mit den Modalitäten beauftragt. „Um 12.30 Uhr standen wir vor dem verschneiten Familiengrab, nachdem wir uns einen Weg über die zugefrorenen Wege gebahnt hatten“, erinnert sich Schwiegertochter Yvonne Logemann. „Doch für eine Bestattung waren keine Vorbereitungen getroffen worden.“

Termin nicht bekannt

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Dem Friedhofswärter sei kein Beisetzungstermin bekannt, hörte die Trauergemeinde dann. Die Familie telefonierte mit dem Bestattungsunternehmen. Es stellte sich heraus, dass sich die Urne mit der Asche von Hanna Logemann noch in Wilhelmshaven befand. Zwar wurde sie unverzüglich nach Varel gebracht, wo die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung die Urnenbeisetzung mittlerweile vorbereitet hatten, so dass die Beerdigungsfeier mit einer Verspätung doch noch stattfinden konnte. Aber die Trauernden waren tief bestürzt.

Eine Mitarbeiterin des Unternehmens Novis, die ihren Namen nicht veröffentlicht haben will, erklärt, „dass es Missverständnisse mit dem Beisetzungstermin gegeben hat“. In der Tat habe man zunächst den 23. Dezember geplant, doch sei der Termin nicht von der Friedhofsverwaltung bestätigt worden. Für eine Verzögerung hatte der Bestattungsdienst der Kirche gesorgt, der geprüft hatte, ob die Beisetzung stattfinden konnte. Im Prinzip habe sie einen neuen Termin anlegen müssen, das sei ihr Fehler gewesen, sagte die Mitarbeiterin. Sie habe sich dafür bei der Familie entschuldigt, sagte sie. Die Unruhe in der Familie könne sie verstehen. Aber die Beisetzung habe noch am selben Tag stattfinden können, wenngleich mit einer Stunde Verspätung.

Gefühlschaos erlebt

Der Auftraggeber Sascha Bolloff sei weiter von dem ersten Termin ausgegangen, erklärt die Mitarbeiterin das Missverständnis. „Ich habe die Trauernden zum Kaffeetrinken eingeladen, um die Wartezeit zu überbrücken.“

So leicht ließ sich Familie Bolloff/Logemann indes nicht besänftigen. „Wir hätten uns den Tag vor Heiligabend ohnehin schöner vorgestellt“, sagte Sascha Bolloff. Und Yvonne Logemann: „Wir wünschen niemandem das Gefühlschaos, das wir an dem Tag erlebt haben.“

Zuständig für die Termine für Beerdigungen auf dem Vareler Friedhof ist Küster Raimund Recksiedler. Die Firma Novis habe einen neuen Termin nicht nachgefragt, sagte Recksiedler, der den Beerdigungskalender koordiniert. Er habe dem Auftraggeber Sascha Bolloff geraten, einen Termin mit dem Bestattungsunternehmen Novis abzusprechen. Da auch die Urne nicht nach Varel geschickt worden war, sei er davon ausgegangen, dass die Beisetzung später erfolgen solle.

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Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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