Wilhelmshaven /Friesland Schmutzig und gefährlich – nicht nur für Jobs, denen diese Attribute anhaften, finden Arbeitgeber immer seltener Personal. Auch andere Berufsgruppen leiden unter Fachkräftemangel und fehlendem Nachwuchs: die Gastronomie zum Beispiel, und dort besonders die Köche, aber auch die Pflegeberufe. „Es gibt kaum noch Jugendliche, die diese Berufswege einschlagen wollen“, beklagt der Allgemeine Wirtschaftsverband (AWV) Wilhelmshaven-Friesland-Wittmund.

Der Nachwuchs- und Fachkräftemangel ist nach wie vor das größte Problem auch im Jade-Wirtschaftsraum, sagt AWV-Präsident Tom Nietiedt. Und: „Man muss Angebote machen, die flotter sind.“

60 Unternehmen befragt

Der Arbeitsmarkt und die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften war ein Teilaspekt der Umfrage zur wirtschaftlichen Situation, die der AWV unter seinen Mitgliedsbetrieben durchgeführt hat. 60 Unternehmen mit mehr als 6500 Beschäftigten aus Wilhelmshaven, Friesland und Wittmund beteiligten sich. Die Ergebnisse geben Aufschluss darüber, wie die Betriebe ihre aktuelle konjunkturelle Lage und die Perspektiven für die kommenden Monate einschätzen.

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Mehr als 70 Prozent schauen positiv auf das nächste Quartal und erwarten eine konstante, wenn nicht sogar bessere Auftragslage, sagte AWV-Hauptgeschäftsführer Jasper Strauß am Donnerstag bei der Präsentation der Umfrageergebnisse. Zu der positiven Stimmung tragen auch die hohe Auslastung bei knapp 80 Prozent der Unternehmen und sehr gute Verkaufserlöse bei. 85 Prozent der befragten Unternehmen beabsichtigen, 2016 ihre Investitionen zu erhöhen oder mindestens auf gleichem Niveau wie 2015 beizubehalten.

AWV-Vizepräsident Thomas Bruns berichtete, dass im ersten Quartal 2016 nach derzeitigen Planungen der befragten Unternehmen 74 neue sozialversicherungspflichtige Ar­beitsplätze entstehen sollen. „Die Beschäftigungsampel steht auf Grün“, meint Bruns. Zugleich haben 15 Prozent der Unternehmen erklärt, dass sie zum Stellenabbau gezwungen seien. Kein Unternehmen plant, Teile seiner Produktion ins Ausland zu verlagern.

Gute Chancen, die Probleme des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels zu mildern, sieht eine Vielzahl der befragten Unternehmer im Zustrom der Flüchtlinge: 90 Prozent der Unternehmer können sich vorstellen, Flüchtlinge einzustellen, auszubilden und zu qualifizieren. Fünf Prozent der Firmen haben das sogar schon getan. Weitere fünf Prozent sind noch sehr unsicher.

Flüchtlinge qualifizieren

Jeder dritte Betrieb würde Praktikumsplätze anbieten – Sprachkenntnisse vorausgesetzt. Die Hälfte der Unternehmen würde zunächst eine Probebeschäftigung bevorzugen. Welche Chancen sich tatsächlich ergeben, will der Arbeitgeberverband in Kürze ausloten.

Für Unzufriedenheit sorgt das seit Jahresbeginn geltende Mindestlohngesetz, vor allem der damit verbundene erhöhte bürokratische Aufwand, so AWV-Geschäftsführer Jasper Strauß. Der Mindestlohn dürfe nicht dazu führen, dass es für Praktikanten kaum noch Chancen gebe, richtig in einen Betrieb hineinzuschnuppern.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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