GRABSTEDE Einen Hund besitzt Jürgen Neumann aus Grabstede derzeit nicht – und doch hat er jüngst den Käthe- und Georg-Bruns-Gedenkpreis erhalten. Es ist ein Preis, der in der Rettungshundestaffel Weser-Ems jährlich an den engagiertesten Hundeführer in der Staffel verliehen wird. „Er unterstützt die Rettungshundestaffel in allen Bereichen“, erläuterte Roland Schroth. Schroth, Gründungsmitglied, langjähriger Staffelführer und Einsatzleiter, überreichte Neumann vor kurzem die große Wappentafel in der Jahreshauptversammlung der Rettungshundestaffel in Sandkrug. In der Versammlung wurde Gerhard Hinz aus Sandkrug zu Schroths Nachfolger gewählt.

Bellen erst angewöhnt

Etwa zwölf Jahre lang war Neumann selbst als Hundeführer mit seinem schwarzen, reinrassigen Chow-Chow in der Rettungshundestaffel aktiv. Doch sein Hund mit Namen „An-Schang-Wong Shogun“ – übersetzt „friedliebender Bergkönig“ – starb im März vergangenen Jahres. Soweit Neumann weiß, war sein Hund der bislang einzige Chow-Chow in einer Rettungshundestaffel, sowohl deutschland- als auch europaweit – „wenn nicht gar weltweit“, so Neumann. Zum Bellen, das laut Neumann Chow-Chows von Natur aus nicht tun, musste das Tier in jungen Jahren erst einmal erzogen werden. Dabei halfen Käsestückchen als Leckerlis, für die „Schang-Wong“, so der Kurzname, eine Schwäche hatte. Der Chow-Chow bellte dann auch nur im Dienst beziehungsweise beim Training, „nur für diese Sache“, erklärte Neumann.

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Mit dem Tod des Tieres hörten jedoch die Aktivitäten seines Herrchens in der Staffel keineswegs auf. Er ist weiterhin in der Ausbildung tätig sowie bei Arbeitsdiensten und sogar bei Einsätzen, beispielsweise um Funkkontakte aufrecht zu erhalten. Für ihn ist sein Wirken in der Rettungshundestaffel „ein erweitertes Hobby“, wie er sagt. „Ich bin gerne an der frischen Luft, gehe gerne durch die Natur – auch wenn es einmal nicht so spaßig sein kann. Hilfe leisten um Leben zu retten – das mache ich mit Begeisterung.“

Leckerlis stets bereit

Das eine oder andere Mal trainiert er selbst als Hundeführer mit anderen Hunden aus dem Verein. So wissen auch die Hunde der Rettungshundestaffel bei ihm immer noch kleine Leckerlis in seinen Taschen aufzuspüren, keine Käsestückchen mehr, aber Drops und Hundekekse. „Ich werde die Arbeit im Verein auf jeden Fall weiter machen. Ich hoffe nur, dass ich lange genug gesund bleibe“, so der 72-Jährige. Sein Alter hält ihn derzeit davor zurück, sich noch einmal einen eigenen Hund zuzulegen.

Neumann ist derzeit einziges Mitglied der Rettungshundestaffel Weser-Ems aus Friesland. Die Staffel mit ihren 21 aktiven Hundeführern leistete im vergangenen Jahr 5351 Dienststunden. 21 mal hat die Polizei sie zu Einsätzen im Bereich zwischen Cuxhaven, Bremen und Osnabrück angefordert, zumeist in der Region Oldenburg und Ammerland.

Noch ein weiteres Amt bekleidet Neumann. Er ist erster Vorsitzender des Chow-Chow-Clubs Landesgruppe Nord – auch ohne Hund.

Anke Wöbken Varel / Redaktion Friesland
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