Frage: Schausteller aus Ostfriesland sind auf dem Zeteler Markt traditionell stark vertreten. Wie ist das zu erklären?

Langenscheidt: Rund 60 Prozent der Beschicker des Volksfestes stammen aus dem ostfriesischen Raum. Es gibt eine Familie aus Ostfriesland, die mit ihrem Geschäft schon seit rund 100 Jahren in Zetel dabei ist. Das unterstreicht schon die langjährige Verbundenheit zwischen Zetel und Ostfriesland. Eine Konkurrenz zu den Kollegen aus dem Oldenburger Land besteht nicht.

Der Schausteller

Seit 33 Jahren leitet Karl-Heinz Langenscheidt den „Verein reisender Schausteller Ostfriesland“. Er ist sozusagen ein Urgestein der Branche.

Der 72-Jährige betreibt selbst Fahrgeschäfte, unter anderem den rasanten „Take-off“.

Frage: Welchen Stellenwert hat der Zeteler Markt bei den Schaustellern?

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Langenscheidt: Das südfriesländische Volksfest ist einer der wichtigsten Märkte für uns. Der Mittwoch hat eine so große Anziehungskraft, dass Menschen aus der ganzen Region anreisen. Der Viehmarkt zum Abschluss ist natürlich der Höhepunkt.

Frage: Für viele Gäste hat der Mittwoch Kultcharakter. Wie sehen Sie die Entwicklung?

Langenscheidt: Wir müssen natürlich aufpassen, dass der Zeteler Markt nicht zu einem Ballermann-Fest verkommt. Es soll und muss in den Festzelten und auf dem Viehmarkt gefeiert werden, daran gibt es nichts zu rütteln. Doch auch die Betreiber der Fahrgeschäfte und Karussells müssen auf ihre Kosten kommen. Das ist ein ganz wichtiger Faktor für solch eine traditionsreiche Veranstaltung. Der Gemeinde Zetel ist es in der Vergangenheit immer wieder gelungen, mit der Verpflichtung spektakulärer Fahrgeschäfte die entsprechenden Akzente zu setzen.

Das Volksfest in Zetel profitiert dabei vom Bremer Freimarkt, der unmittelbar vor dem Zeteler Markt gefeiert wird. Etliche Schausteller reisen mit ihren Karussells direkt von Bremen an.

Frage: Sollten am Zeteler Markt Veränderungen vorgenommen werden, gibt es aus Sicht der Schausteller Bedarf an Neuerungen?

Langenscheidt: Ich bin der festen Überzeugung, dass die Verantwortlichen in Zetel aufgepasst haben. Nach Neugestaltung des Marktplatzes ist mit der entsprechenden Infrastruktur des Platzes an das Volksfest im November gedacht worden. Das war eine gute Entscheidung. Auch große Fahrgeschäfte haben dort Platz und die Standfestigkeit des Untergrundes ist sehr gut. Wir sollten alles so lassen wie es ist, der Zeteler Markt ist eine Erfolgsgeschichte.

Frage: In Rodenkirchen ist die Eröffnung des Marktes auf den Freitag vorverlegt worden. Ist das für Zetel eine Überlegung wert?

Langenscheidt: Auf keinen Fall sollten wir in dieser Beziehung am Verlauf des Zeteler Marktes etwas ändern und ihn verlängern. Es kann nur einmal Geld ausgegeben werden. Bei einer Ausdehnung werden die anderen Tage schwächer verlaufen. Eine Verlagerung auf mehr Tage bringt nicht mehr Einnahmen und auch die Besucherzahlen werden nicht steigen. Da bin ich mir ganz sicher.

Frage: Was hat sich in der Vergangenheit an den Jahrmärkten verändert?

Langenscheidt: Die Feierlichkeiten haben zugenommen. Der Nachwuchs zeigt großes Interesse an den Volksfesten, insbesondere die großen Fahrgeschäfte üben eine starke Anziehungskraft aus. Das war früher anders. Die Angst vor spektakulären Karussells hat sich wesentlich verringert.

Frage: Zum Abschluss ein Rückblick, wie ist die Saison 2014 bislang für die Schausteller verlaufen?

Langenscheidt: Wir können eigentlich zufrieden sein. Besonders die Märkte im Herbst in Rodenkirchen, Oldenburg, Leer, Norden, Bremen, Westerstede und dann natürlich in Zetel sind für uns Jahr für Jahr die Höhepunkte. Aber auch im Frühjahr und Sommer lief es recht gut.

August Hobbie Varel / Mitarbeiter
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