Wiefels Das von den Landkreisen Friesland und Wittmund gemeinsam betriebene Abfallwirtschaftszentrum in Wiefels produziert „nebenbei“ nicht nur grüne Energie, sondern vermehrt auch gute Nachrichten: Mit der Fotovoltaikanlage auf dem Altdeponiekörper und auf den Hallendächern wurden 2014 etwa 5,2 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt, die Vergärungsanlagen steuerten weitere 13,2 Kilowattstunden bei.

„In der Summe hätte man mit dieser Menge sämtliche Haushalte im Wangerland mit Strom versorgen können“, so Zweckverbandsgeschäftsführer Lothar Arlinghaus am Dienstag bei der Verbandsversammlung im Kreishaus in Wittmund.

Die Stromerzeugung im Bereich des Abfallwirtschaftszentrums könnte sich Arlinghaus zufolge in naher Zukunft sogar weiter erhöhen: Wie berichtet, plant das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt die Errichtung eines Forschungswindparks auf einer Fläche, die zu rund 60 Prozent dem Abfallwirtschaftszentrum gehört. Partner des Projekts sind das Fraunhofer Institut und die Universitäten Oldenburg, Bremen und Hannover.

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Zu den guten Nachrichten gehört weiter, dass mit dem Abfall in den vergangenen Jahren auch viele Schulden „vergoren“ sind: Hatten sich zum Jahresende 2011 durch notwendig gewordene Investitionen vor allem in die Technik der Trockenvergärung die Verbindlichkeiten auf fast 62 Millionen Euro aufgetürmt, so weist der Schuldenstand heute, vier Jahre später, noch 49,7 Millionen Euro aus. „Die Nettoneuverschuldung liegt somit bei minus 12,2 Millionen Euro“, erläuterte der kaufmännische Leiter des Abfallwirtschaftszentrums, Lars Bohlken. Und das, obwohl im gleichen Zeitraum auch vier Millionen Euro investiert wurden.

„Somit haben wir in Wiefels 16 Millionen Euro Schulden abgebaut“, sagte Bohlken. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts sollen die Schulden laut Plan dann bei unter 30 Millionen Euro ankommen.

Parallel muss auch weiter investiert werden: Zum Beispiel in einen neuen Vorzerkleinerer in der Mechanischen Aufbereitung. Auch die Steuertechnik des Kompostwerks wird störanfälliger und wartungsintensiver und muss erneuert werden. Eine Kostenermittlung steht noch aus.

Nicht viel besser steht es um den Zerkleinerer im Kompostwerk, der auch schon 30 000 Betriebsstunden hat. Mittelfristig muss auch hier in eine Neuanschaffung investiert werden.

Großes Thema im Abfallwirtschaftszentrum ist der Brandschutz. Nach vermehrten Bränden in Aufbereitungsanlagen und auf Recyclinghöfen sind immer weniger Versicherer bereit, entsprechende Feuerversicherungen anzubieten, berichtete Arlinghaus. Für Wiefels bedeutet das, kräftig in den technischen und organisatorischen Brandschutz zu investieren, um die bestehende Feuerschutzversicherung überhaupt verlängern zu können. Wie hoch die Kosten dafür sind, wird gutachterlich ermittelt.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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