Javenloch Die Dorfgemeinschaft Javenloch und Umgebung hätte gerne ihre Deichtrift zurück, die ist nämlich im Zuge der Deichbauarbeiten am Elisabethgrodendeich verschwunden und soll auch nicht mehr eingerichtet werden. Daher befürchten die Javenlocher jetzt eine Gefährdung der Deichsicherheit und haben sich mit einem offenen Brief an die Verantwortlichen, an Landesministerien und Behörden gewandt.

Denn die nächste erreichbare Trift liegt 1,6 Kilometer östlich der ehemaligen Trift bei Javenloch. Zu weit entfernt, finden die Javenlocher. Sie fürchten, dass die Seeseite des Deichs nicht schnell genug erreicht werden kann, falls es bei Sturmfluten zu mehreren Schäden an verschiedenen Stellen käme. Zudem erschwere der Umweg über die neue Trift am Camp (ehemalige Radarstation in Elisabethgroden) die Bewirtschaftung des Außengrodens.

Anzahl und Lage der Triften seien völlig ausreichend, sagt dagegen der III. Oldenburgische Deichband, der gemeinsam mit dem Landkreis Friesland als untere Naturschutzbehörde und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten-, und Naturschutz (NLWKN) Fritz Ortgies als Sprecher der Dorfgemeinschaft und Peter Fimmen als einer der betroffenen Landwirte am Dienstag zum Gespräch geladen hatte.

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Vier Deichtriften

Vier Deichtriften werden nach Abschluss der Bauarbeiten entlang der Ausbaustrecke des Elisabethgrodendeichs auf einer Länge von rund zwölf Kilometern zwischen Harlesiel und Schillig eine neue durchgängige Betonstraße seeseits mit dem binnenseitigen Deichsicherungsweg verbinden. Damit sei die Deichsicherheit gewährleistet, betont der Vorsteher des III. Oldenburgischen Deichbands Eilt-Onno Garlichs. „Im Gegenteil: Wir haben mit den Baumaßnahmen der vergangenen Jahre die Deichsicherheit deutlich verbessert“, betont Garlichs.

Eine Trift bei Javenloch sei auch deshalb nicht sinnvoll, weil sie für den Küstenschutz nur eingeschränkt nutzbar wäre, denn eine Zufahrt würde durch den Ort führen, die Straßen dort sind allerdings lastbeschränkt.

Ein Problem bleibt allerdings die erhebliche Menge Teek, das sich bei Sturmfluten am Deichfuß seeseitig sammelt. Allein 40 000 Kubikmeter waren es im vergangenen Jahr entlang des Elisabethgrodendeichs. Das Treibgut gefährdet die Deichsicherheit und muss daher kostenintensiv entfernt werden: Gut 180 000 Euro hat die Entsorgung in diesem Frühjahr gekostet.

Daher befürwortet die Dorfgemeinschaft eine stärkere Nutzung des Deichvorlands: „Früher, als die Bauern im Andelgroden überall gemäht haben, waren sie verpflichtet, das nach Hochwasser angeschwemmte Mähgut abzuführen. Jahrhundertelang war Teek kein Problem“, sagt Demeter-Landwirt Peter Fimmen. „Das Teekproblem begann eigentlich erst, als der Andelgroden Anfang der 1980er Jahre unter Naturschutz gestellt wurde.“

Deutlich mehr Teek

Seitdem hat die Nationalparkverwaltung den Bauern untersagt, den Groden zu entwässern. Einige Flächen sind jetzt deutlich nasser als früher. Auch das Deichvorland darf nicht mehr bis zur Abbruchkante gemäht werden.

Die Folge laut Fimmen: Wird das Gras dort nicht mehr gemäht oder abgeweidet, setzen sich zweijährige Gräser durch. Sie verdrängen das Andelgras, das aber durch seine Verwurzelung den Boden verdichtet und bei Sturmfluten festhält. Die zweijährigen Salzgräser hingegen verrotten nur sehr langsam. Es dauert etwa vier bis sechs Jahre, bis sie vollständig kompostiert sind. So entsteht Teek, das an den Deich geschwemmt wird.

„Der III. Oldenburgische Deichband unterstützt grundsätzlich eine intensivere Nutzung des Deichvorlands, weil das zur Reduzierung des Teek­aufkommens führen würde“, sagt Gert Bartels. „Das würde allerdings eine intensivere Entwässerung nötig machen – das muss mit dem Domänenamt als Eigentümer und der Nationalparkverwaltung geklärt werden.“

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