WIEFELS Der Bürgerprotest in Wiefels gegen die dort geplante Biogas-Anlage fand jetzt auch im Kreis-Umweltausschuss Gehör. Zwar liegt die Entscheidung bei der Gemeinde Wangerland. Doch auch der Kreis sei von den Plänen betroffen, betonte der BfB-Kreistagsabgeordnete Janto Just.

Sein Argument: Die Ansiedlung der Biogas-Anlage könnte die Toleranz der Anlieger in Wiefels über Gebühr strapazieren und so auch die friesländische Abfalldeponie gefährden. „Die Bürger in Wiefels sind durch den Deponiebetrieb und immer wiederkehrende Störfälle schon jetzt großen Belastungen ausgesetzt, haben die Existenz und Entwicklung der Deponie aber immer mitgetragen. Sollten jetzt durch die gewerbliche Biogas-Anlage weitere Belastungen hinzukommen, kann sich das schnell ändern“, betonte Just.

Auch der CDU-Abgeordnete Wilfried Rost äußerte Bedenken. Seine Befürchtung ist, dass sich durch den Ausbau der Bioenergie das Bild der friesländischen Landwirtschaft durch Monokulturen für Biomasse wie Mais negativ verändert.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Wie berichtet, hat der Ausschuss für Gemeindeentwicklung im Wangerland am Dienstagabend die Bauleitplanung für die Biogas-Anlage auf den Weg gebracht. Zuvor hatte Dorfsprecher Arthur Janssen Protestunterschriften der Wiefelser an den Bürgermeister überreicht. Sie befürchten neben Geruchs- und Lärmbelästigungen durch die Anlage auch einen weiter zunehmenden Anlieferverkehr.

Die Gemeinde verweist darauf, dass der Standort dicht beim Abfallwirtschaftszentrum gut für eine solche Biogas-Anlage geeignet ist. Die jetzt angeschobene Bauleitplanung sei der richtige Weg, um zusätzliche Belastungen durch Verkehr und Immissionen im Vorfeld abzuklären und abzuwägen.

Die Biogas-Anlage, in die dem Vernehmen nach acht Millionen Euro investiert werden sollen, soll mit einem Mix aus Gras, Silage, Getreide und Gülle betrieben werden. Vertreter der wangerländischen Investorengruppe haben im Fachausschuss zugesagt, die Belastung durch Verkehr und Lärm möglichst gering zu halten.

Mit Blick auf den Konflikt im Wangerland und die Befürchtungen Justs regte Frieslands Landrat Sven Ambrosy im Umweltausschuss an, das Thema im Kreisentwicklungsausschuss auf die Tagesordnung zu setzen. Dort könne allgemein geklärt werden, ob und wie der Kreis die Entwicklung von Biogas-Gewinnung in Friesland steuern kann.

UMFRAGE
Machen Sie mit beim großen Friesland-Check. Was gefällt Ihnen an Ihrer Gemeinde/Stadt und wo sehen Sie Verbesserungspotential?

Ulrich Schönborn Chefredakteur (ViSdP) / Chefredaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.