VAREL An den Abschluss ihres Portugal-Urlaubs werden die Familien Bruns und Riechers aus Obenstrohe noch lange denken. Nachdem ein Unwetter am Montag Teile des Abfertigungsgebäudes des Flughafens in Faro zerstört hatte (die NWZ  berichtete), war ihr Flug abgesagt worden. Sie mussten eine weitere Nacht in Portugal verbringen und kamen nach 60-stündiger Odyssee am Mittwochnachmittag in Varel an.

Und noch immer hadern Jürgen und Karin Bruns mit Sohn Luca sowie Anja und Andre Riechers mit ihren Kindern Alex und Ayke mit ihrer Fluggesellschaft Ryanair. Bei der hatten sie einen Flug von Düsseldorf-Weeze nach Faro und zurück gebucht. Der Rückflug am Montag war wegen des Unwetters zunächst verschoben worden. Um 15 Uhr wurde er aufgerufen, die Familien Bruns und Riechers saßen schließlich schon in der Maschine, der Pilot hatte gerade die Reiseroute erklärt, als der Flug nach Weeze abgesagt wurde. Es folgten eine Übernachtung in Portugal und Verhandlungen mit der Fluggesellschaft Ryanair, die nicht einfach zu erreichen war, wie Jürgen Bruns reklamiert.

Ersatzflug zwei Tage später

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Man bot den beiden Familien einen Flug am Mittwoch nach Weeze an, er wäre dort um Mitternacht angekommen. Zu spät, sagten sich die beiden Familien, und orderten einen Flug am Dienstag nach Hahn in der Eifel, wo sie eine Zwischenübernachtung einlegen mussten. Am Mittwoch ging es dann per Mietwagen nach Weeze, wo die eigenen Autos standen.

„Das ärgert einen wirklich“, beklagte Jürgen Bruns die zähen Verhandlungen mit Ryanair. Deren Sprecher Daniel de Carvalho: „Aufgrund der massiven Zerstörungen und zeitweiligen Schließung des Flughafens Faro, hatte unser Operationsteam alle Hände voll zu tun, Flugausfälle nach Möglichkeit zu vermeiden. Der Flug Faro-Düsseldorf-Weeze fiel leider wegen der Umstände aus.“

Passagiere könnten bei Flugausfällen kostenlos umbuchen: am Ticket-Schalter (der freilich in Faro geschlossen wurde), via Internet oder durch Anruf bei der Reservierungszentrale. Kathrin Körber, Spezialistin für Flugvertragsrecht bei der Verbraucherzentrale in Göttingen, wies darauf hin, dass die Fluggesellschaft für einen Ersatztransport sorgen müsse. Die Frage sei, ob nicht schon am nächsten Tag ein Ersatzflug hätte organisiert werden können, notfalls mit einer anderen Fluggesellschaft. Eine weitere Frage sei, ob Ryanair zum Schadenersatz für den Mehraufwand der beiden Familien aufkommen müsse. Ryanair sei für den Schaden (bedingt durch Unwetter) wohl nicht verantwortlich. Wohl aber habe Ryanair Sorge zu tragen, dass die Passagiere gut versorgt sind. „Dazu gehört auch, nach Ersatzflügen zu schauen.“ Der Mehraufwand – Übernachtungskosten, Mietwagen – könne Thema eines Rechtsstreits werden. Ryanair-Sprecher de Carvalho: „Bei Ausgaben, die von der EU 261 Verordnung abgedeckt sind, bitten wir Passagiere, uns die Belege per Post zuzusenden an die auf unserer Webseite angegebene Anschrift.“

Zwölf Stunden zu spät

Als dritte Urlauberfamilie aus Varel waren Djure und Marlena Meinen betroffen. Sie konnten aber über Lissabon und Hamburg mit zwölfstündiger Verspätung nach Varel gelangen. „Das war auch nicht reibungslos, aber offenbar hatten wir mehr Glück als die Ryanair-Kunden.“

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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