Dangast Bei der Bürgerinitiative Dangast (BI) ist die Enttäuschung groß. Alle Klagen, die die BI angestrengt hat, sind nun vom Tisch. Zwei Verfahren hatten Mitglieder der BI angestrengt: Eines gegen Unbekannt wegen Untreue. Demnach gingen die Kläger davon aus, dass Kurpark und Kurgebäude in Dangast unter Wert verkauft worden waren. Das Verfahren wurde aber mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt. Davor wurde bereits ein anderes Verfahren eingestellt: Die Normenkontrollklage, in dem es um die Frage ging, ob die 50-Meter-Deichschutzzone in Dangast überhaupt bebaut werden darf. Dieses Verfahren wurde eingestellt, weil die Bürgerinitiative laut Gericht nicht klagebefugt ist.

BI ist enttäuscht

„Das ist für uns sehr enttäuschend“, sagt Dr. Peter Beyersdorff von der Bürgerinitiative Dangast. Die Einstellung des Normenkontrollverfahrens sei die „allergrößte Enttäuschung“. Obwohl es sich erwiesenermaßen um einen prekären Deichabschnitt handele, habe sich das Gericht überhaupt nicht mit den inhaltlichen Fragen auseinandergesetzt, sondern der BI lediglich die Klagebefugnis abgesprochen.

Aber wie soll es jetzt weitergehen? „Juristisch können wir nichts mehr machen“, erklärt Beyersdorff. Und selbst wenn: Wer vor Gericht ziehen will, muss es sich auch leisten können. „Wir haben da stark geblutet“, sagt Beyersdorff. 40 000 Euro hat die BI in die Verfahren gesteckt. „Das zahlen wir nicht aus der Portokasse.“ Zwar bestünde die Möglichkeit in Revision zu gehen, die BI kann es sich aber nicht leisten.

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Dennoch gibt sich die Bürgerinitiative nicht geschlagen. „Wir wollen retten, was noch zu retten ist“, sagt Beyersdorff und meint damit die Restkuhle als kleines Biotop. „Dangast braucht Potenzialflächen. Wir können doch nicht nur Versiegelung und Beton an die nächste Generation weitergeben“, sagt Beyersdorff. Außerdem passe diese Bebauung überhaupt nicht ins Ortsbild. „Die Leute, die hier herkommen, suchen doch ein anderes Flair als in den Städten.“

Ziel: Restkuhle retten

Aber wie will die BI die Restkuhle „retten“, wenn alle juristischen Mittel ausgeschöpft sind? „Wir wollen Öffentlichkeit herstellen und so Druck entwickeln“, erklärt Beyersdorff. Für den Erhalt der Restkuhle gebe es schließlich auch gute Argumente. Zum Beispiel ist die Kuhle ein Biotop. Wildbienen sind dort genauso unterwegs wie Kröten, die dort zum Laichen hinziehen.

Ein weiterer Punkt den Beyersdorff anführt: Der alte Kursaal, der ursprünglich saniert werden sollte, letzten Endes aber doch abgerissen wurde, habe dem Investor Platz für weitere Wohngebäude beschert. „Wir hoffen, dass durch dieses Vorgehen die Kuhle entbehrlich wird.“ Zumal auch für Touristen etwas Natur im Ort durchaus attraktiv sei. Außerdem wäre in der Kuhle noch das Problem mit den Altlasten. „Das wäre ein Bauen auf Müll.“

Die ganze Richtung, die die Stadt bei der Umgestaltung Dangasts einschlage, geht Beyersdorffs Ansicht nach in eine falsche Richtung. Der Gesundheitstourismus boome – dennoch gibt es das Gesundheitsbad mit dem Wasser aus der Sole nicht mehr. Die künstlerisch-freigeistige Tradition Dangasts werde zwar wertgeschätzt aber die Stadt müsse stärker begreifen, was Dangast wirklich ausmacht. „Man müsste Flair und Besonderheiten verstärken“, sagt Beyersdorff. Wenn man nur auf die Zahlen schaue, verliere man den Blick dafür, was verloren geht. „Die Verringerung des Defizits des Nordseebads hat einen viel zu hohen Preis“, sagt Beyersdorff.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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