VAREL Daheim in Bockhorn dominieren bei Benjamin Trey die Farben Grün und Weiß. „Mein Mann ist ausgesprochener Werder-Fan“, erklärt Denise Trey. Als die Familie am Sonnabend mit Freunden über den Pferde- und Fohlenmarkt in Varel schlendert, entdeckt Benjamin Trey ein grün-weißes Vogelhäuschen mit der Werder-Raute. „Das fehlt mir noch in meiner Sammlung“, strahlt er und kauft, nach kurzer Diskussion mit seiner Frau, das Vogelhäuschen.

Zur Marktzeit kein Regen

Andere Besucher verlassen mit prall gefüllten Tüten oder mit einer Pflanze im Arm den Markt auf der „Schützenwiese“, der am Tag der Deutschen Einheit Tausende Besucher anlockt. Zwischen 7 und 8 Uhr, als die Händler ihre Stände mit Socken, Kräutern, Töpfen und Pfannen, Lederwaren, Obst und Süßigkeiten, Kleidung oder auch Pflanzen und Blumen aufbauen, regnet es. Während des Marktes bleibt es trocken. Am Nachmittag regnet es wieder.

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Die Zeit, als der Pferde- und Fohlenmarkt schon früh morgens bevölkert wurde, ist vorbei. „Die Leute kommen jedes Jahr etwas später“, haben Joachim Hoffmann und Uwe Barre vom Rassekaninchenzuchtverein I 19 Varel festgestellt. Der Verein stellt seit 15 Jahren seine Tiere dem Publikum vor und teilt sich einen Stand mit den Rassegeflügelzüchtern.

Für Holger Boomhuis, Harald Kaminski und Klaus Engler vom Ordnungsamt der Stadt Varel hat dieser Arbeitstag um 6 Uhr begonnen. Sie betreuen die 90 Händler, die ihre Stände in einem großen Kreis aufgebaut haben, so dass die Besucher beim Bummeln nur rechts und links zu schauen brauchen.

Die Mitte der „Schützenwiese“ ist den Pferden und Ponys vorbehalten. Einige Ponys sind gesattelt. Darauf dürfen Kinder reiten und werden von Jugendlichen über den Platz geführt. Die anderen Pferde und Ponys sind an mehreren Stellen angeleint und dürfen gestreichelt werden. Rund 50 Tiere stehen zum Verkauf. Karl-Heinz Schmidt aus Jaderberg interessiert sich für ein Mini-Pony, das er gerne seinem Enkel schenken möchte.

Margret und Nikolaus Lührs aus Schiffdorf bei Bremerhaven haben zum ersten Mal einen Stand auf der „Schützenwiese“ gemietet und verkaufen selbst hergestellte Holzprodukte, zum Beispiel Fensterbilder. „Der Markt läuft gut.“ Eine Freundin hatte ihnen vom Pferde- und Fohlenmarkt erzählt.

Seit 20 Jahren dabei

Werner Burian aus Ahlen kommt dagegen seit 20 Jahren nach Varel und bietet seine Haushaltsartikel feil. „Ich habe viele Stammkunden hier“, verrät er und spricht von einem guten Standort. Mit seinen Waren steht jeder täglich in einer anderen deutschen Stadt.

Neuland ist der Pferde- und Fohlenmarkt für das Duo HSG Varel und Vareler Brauhaus. „Der Erlös dieses Getränkestandes kommt dem Handballsport zu Gute“, erzählen Arno Janßen und Uwe Emde, die sonst bei den Heimspielen der HSG Bier und Bratwürste verkaufen.

Mit jeder Stunde, die der Markt voranschreitet, nimmt auch der Andrang an den Imbissständen zu. An einem Stand gibt es auch heiße Pferdewurst. Der Pferde- und Fohlenmarkt entpuppt sich wieder zum willkommenen Feiertags-Treffpunkt. „Moin“ und „Hallo“ sind häufig in der Budengasse zu vernehmen, in der es teilweise nur im Schneckentempo vorangeht. Doch das stört niemanden.

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Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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