WILHELMSHAVEN Die Chancen für junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt seien so gut wie lange nicht mehr, teilte Rudolf Hempfling, Chef der auch für Friesland zuständigen Agentur für Arbeit im Wilhelmshaven, am Mittwoch in einer Pressekonferenz zur Situation auf dem Ausbildungsmarkt mit.

Die Agentur verzeichne einen Anstieg der Ausbildungsplätze und einen leichten Rückgang der Bewerber im Bereich Wilhelmshaven/Friesland.

Von Oktober 2010 bis September 2011 wurden der Agentur für Arbeit in Wilhelmshaven 1125 offene Ausbildungsplätze gemeldet, das sind 50 Stellen mehr als im Vorjahr (siehe Grafik). Davon waren Ende September noch 62 Ausbildungsstellen unbesetzt, 22 davon im Landkreis Friesland. Betroffen war vor allem das Hotel- und Gaststättengewerbe. Im Vorjahr gab es insgesamt nur fünf freie Stellen.

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Einen Anstieg um 7,9 Prozent auf 1029 Stellen weist die Statistik bei den betrieblichen Ausbildungsplätzen aus. Im Vorjahr waren es 954 Stellen. Einen Rückgang um 20,7 Prozent verzeichnete die Agentur hingegen bei den außerbetrieblichen Ausbildungsstellen zum Beispiel in Lehrwerkstätten von Berufsverbänden.

Dem gegenüber stehen 1628 Jugendliche, die sich auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz bei der Agentur für Arbeit gemeldet haben. „Das sind rund zwei Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum“, so Hempfling.

Ohne Umweg in die Lehre

Eine Herausforderung für die Zukunft sei deshalb, die Jugendlichen für eine betriebliche Ausbildung zu begeistern und sie direkt von der Schule in den Betrieb zu geleiten – ohne Umwege über Berufsbildende oder weiterführende Schulen. Denn im Zuge des demografischen Wandels nehme der Bedarf an Auszubildenden stetig zu, während die Zahl der Berufsanfänger insgesamt zurückgehe, so Hempfling. So forderte er dann auch: „Ran ans Geschäft und rein in die Betriebe.“ Nur so könne der drohenden Personalmangel abgewendet werden.

Das bedeute aber auch für Arbeitgeber, dass sie attraktive Ausbildungen anbieten müssen – „und das geht nur mit Aufwand“. Auch werde es zunehmend wichtiger, mehr auf die so genannten „Softskills“, zu denen etwa Fleiß und gutes Arbeits- und Sozialverhalten gehören, zu achten. Hier habe in den Betrieben bereits ein Umdenken eingesetzt. „Es zählen im Berufsleben eben nicht immer nur gute Noten“, so Hempfling.

Heiko Henke von der Handwerkskammer Oldenburg (HWK) vermeldete einen Zuwachs von 8,9 Prozent mehr abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in Wilhelmshaven und 11,8 Prozent in Friesland.

Positiver Trend

Wilhelmshaven/Friesland besetzt auch bei der Industrie- und Handelskammer Oldenburg (IHK) den zweiten Platz hinter Süd-Oldenburg mit einem Zuwachs von 14 Prozent bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen, berichtete deren Vertreter Stefan Bünting.

Carmen Giss, Geschäftsführerin des Jobcenters Wilhelmshaven/Friesland, das die so genannten Hartz-IV-Empfänger betreut, berichtete, dass aus ihrem Kundenkreis im Landkreis Friesland nur ein Bewerber keine Ausbildungsstelle erhalten habe, alle anderen seien gut versorgt.

Beliebte Ausbildungsberufe in Friesland sind Bürokaufleute, Verkäufer und Kaufleute im Einzelhandel. Schwer sei es teilweise, Ausbildungsplätze im Hotel- und Gaststättengewerbe vor allem in sehr ländlichen Gebieten zu besetzen.

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