Betrifft: „Wer steigt freiwillig in einen Schulbus?“, NWZ vom 5. September und mehrere Leserbriefe

„Zu Recht waren die Bockhorner Bürger vom Vortrag im Bockhorner Rathaus enttäuscht. Die Offiziellen, ein Professor aus Hannover und eine Kreisangestellte, haben sicherlich nicht zum ersten Mal erfahren, dass es der hiesigen Bevölkerung nicht (nur) um einen schnelleren und komfortableren Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zwischen den Ortschaften geht, sondern um die Frage, wie sie denn überhaupt aus Kranenkamp, aus Osterforde oder weiteren abgelegenen Orten zum Arzt, zum Friseur, zum Einkaufen etc. kommen können, wenn sie kein Auto mehr (oder noch nicht) fahren dürfen oder es sich nicht erlauben können.

Der Vortrag, der zur Zeit in allen friesländischen Gemeinden abgehalten wird, erfüllte dann doch nicht die Erwartungen der Anwesenden. Ich habe prophezeit, dass auch in Zukunft nicht damit gerechnet werden kann, dass ein wirtschaftlicher Busverkehr in diesen ländlichen Bereichen etabliert werden kann, zumal die Linienkonzessionen der Busunternehmen teilweise bis in das Jahr 2027 reichen und Änderungen im Fahrplan blockieren könnten. Es wird sich also wenig ändern.

Diese Verkehre vom Haus zum ersten Verteilerpunkt, zum Beispiel dem Bockhorner Marktplatz, müssen die dort lebenden Menschen selbst organisieren. Es gebe einen ganzen „Strauß an Möglichkeiten“ wie Carsharing, Dorfflitzer, Bürgerbusse (Westerstede, Wesermarsch, vielleicht auch Wangerland), Mitfahrerbänke (Varel, Schortens, Schwei …).

Ein Angebot zur Zusammenarbeit zwischen der Vareler Mobilität-Arbeitsgemeinschaft und den anwesenden Bürgern fand kein Echo: Es hatte sich kein Teilnehmer in die ausgelegten Listen eingetragen. ,Nur gemeinsam sind wir stark’, das gilt auch für Bockhorn und umzu.“

Lothar Macht
Varel

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