Bohlenbergerfeld Nicht nur als Boßeler sind die Mitglieder des KBV „He löpt noch“ Bohlenbergerfeld aktiv, sondern auch als Sammler. Nun schon fast seit 40 Jahren sammeln sie Altpapier. Besonders in diesem Jahr freuen sie sich über jedes Gramm. Schließlich steht im kommenden Jahr das hundertjährige Bestehen ihres Vereins an, zu dem sie einige Festivitäten planen möchten. Der Erlös aus dem Altpapier soll dazu beitragen.

Konkurrent: Blaue Tonne

Noch im vergangenem Jahr sind Mitglieder des Vereins einmal monatlich in den Straßen in Bohlenberge und Bohlenbergerfeld herumgefahren, um Altpapier einzusammeln. Doch die „blaue Tonne“, über die jeder Haushalt verfügen kann, hat sich als starker Gegner der Altpapiersammler erwiesen. „Für uns hat sich das Sammeln in den Straßen nicht mehr gelohnt“, erläutert Manfred Kröhl, Kassenwart des Vereins und einer der vier Hauptakteure der „eingeschworenen, ehrenamtlichen Gemeinschaft“ der Sammler, die sich scherzhaft auch „Papiermafia“ nennt.

Wenn auch keine Straßensammlung mehr erfolgt, größere oder sperrige Mengen werden auf Wunsch noch nach Anruf unter Telefon 04453/1719 abgeholt. „Altenheime oder auch Geschäftsleute nutzen dieses Angebot gerne“, weiß Kröhl aus Erfahrung. Auch beispielsweise gehbehinderte Menschen greifen darauf zurück. So rücken die ehrenamtlichen Akteure mit privatem Transporter und Anhänger etwa 16 mal im Jahr aus, um Altpapier zu holen.

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Zudem steht aber auch dauerhaft ein großer Altpapier-Container an der Wehdestraße in Bohlenbergerfeld bereit, auf dem Grundstück bei der Gaststätte Hurling. Der Container ist für alle Bürger frei zugänglich – und wird nach Aussagen der Boßeler auch viel genutzt. „Bis zu viermal im Monat wird der Container abgefahren“, sagt Kröhl. Er behält die Dauer-Sammelstelle ständig im Blick, schaut dort alle zwei Tage nach dem Rechten, und er gibt dem Abfuhrunternehmen bescheid, wenn der Container gefüllt ist. Den Container selbst stellt der Landkreis Friesland, über dessen Auftrag ist auch das Abfuhrunternehmen beschäftigt. Den Erlös erhält der Boßelverein. „Es gibt 26 Euro pro Tonne Altpapier“, sagt Kröhl. „Damit halten wir die Mitgliedsbeiträge niedrig“, erklärt der Kassenwart.

Kröhl achtet bei seinen Kontrollen des Containers darauf, ob beispielsweise große Kartons klein gefaltet wurden. „Sonst ist der Container ja sofort voll“, erklärt er. Zudem guckt er auf den Inhalt.

Falsche Befüllung

„Häufig wird der Container leider als allgemeine Entsorgungsstelle genutzt“, sagt er. Gefunden hat er mit seinen Mitstreitern Hans-Dieter Jürgens, Karl-Heinz Janßen und Hans-Ludwig Röben beispielsweise schon alte Teppiche, Styropor, Metallmüll oder Speisereste. Diesen Müll sortieren sie dann aus und entsorgen ihn ihrerseits. „Wir sind aber keine Müllmänner“, betont Röben. Oft können die Sammler die Verursacher ausmachen, diese selbst ermahnen oder auch der Polizei bescheid geben.

Der Altersdurchschnitt der ehrenamtlichen vier Männer liegt mittlerweile bei 70 Jahren. „Wenn wir nicht mehr Altpapier sammeln, wird wohl keiner nachfolgen“, dessen sind sie sich bewusst. Doch solange es noch geht, bleiben sie für ihren Verein aktiv – als Boßeler und als Sammler.


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Anke Wöbken Varel / Redaktion Friesland
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