Jever Zahlreiche Jeveraner machen sich große Sorgen über den künftigen Charakter des Schlosserplatzes: Wie berichtet, wird der Landkreis Friesland beziehungsweise die Wohnungsbau Friesland GmbH die ehemalige alte Schule samt Anbauten aus den 1970er Jahren abreißen und einen klotzigen Neubau für die Kreisverwaltung dort hinsetzen lassen.

Der Abriss der alten Schule steht voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2016 an. Baustart soll dann im Frühjahr 2017, Fertigstellung Ende 2018 sein. Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf rund 4,54 Millionen Euro.

160 Jahre altes Gebäude

Laut Landkreis ist die Sanierung der ehemaligen Stadtknabenschule mit dem Anbau dahinter zu teuer. Der Neubau soll langfristig günstiger sein (die NWZ   berichtete).

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Dass sich die Sanierung des gut 160 Jahre alten Schulgebäudes tatsächlich nicht lohnt, bezweifeln indes zahlreiche Jeveraner. Ehemalige der Stadtknabenschule hatten deshalb Anfang März einen offenen Brief an alle Fraktionen im Stadtrat und an Jevers Bürgermeister Jan Edo Albers geschickt, in dem sie den Erhalt des historischen Schulgebäudes forderten.

Als Reaktion darauf hatten Landrat Sven Ambrosy und Kreis-Baudezernent Dr. Martin Dehrendorf sowie Bürgermeister Albers die Unterzeichner des Briefs zu einem Vor-Ort-Termin eingeladen. Die Jeveraner nutzten die Gelegenheit, gleich 240 Unterschriften für den Erhalt des Gebäudes an Albers zu überreichen (die NWZ  berichtete).

Wie Werner Lührs als Sprecher der Gruppe nun berichtete, traten insbesondere in der Frage nach dem „Wie“ deutliche Unterschiede in den Ansichten von Kreisverwaltung und Bürgern hervor: „Während der Landkreis die Denkmalpflege wohl grundsätzlich gelten lassen will, wollen wir ihr eine größere Bedeutung zukommen lassen. Erneuerung unter denkmalpflegerischen Aspekten – wenn möglich – vertritt der Landkreis, Denkmalpflege mit behutsamer Fortentwicklung der Gebäudefunktion wünschen sich die Bürger“, so Lührs.

Charakter erhalten

Dieser Unterschied in der Beurteilung des Bauvorhabens habe leider nicht ausgeräumt werden können: Die Initiative bitte darum, das Ensemble am Schlosserplatz zu erhalten, die alte Schule in den alten Zustand von vor 1967/68 zurückzuversetzen und den Charakter des Platzes zu erhalten. Den Jeveranern geht es dabei nicht um die Bauten aus den 1970er Jahren.

Es geht ihnen vielmehr darum, das lebens- und liebenswerte Jever zu pflegen und zu hegen, hoben Horst Waleczek und Prof. Dr. Heinz Sahner als Gesprächsteilnehmer hervor: Die Schätze Jevers müssten erhalten werden, um die Attraktivität der Stadt zu sichern – und zwar nach innen für die Bürger und nach außen für die Touristen. „Wir wollen nicht Recht, sondern unsere Wünsche wahrgenommen wissen“, sagte Waleczek.

Melanie Hanz Redakteurin / Gesamtleitung Friesland
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