Betrifft: „Langwieriges Verfahren gar nicht erst gestartet“ – Biogas-Anlage Alt-Moorwarfen, NWZ vom 18. Januar

Nun liegt das Abstimmungsergebnis vor – es ist klar und eindeutig!

Als Bürger der Stadt Jever plagt mich jedoch die Neugier, warum zwei Ratsstimmen der CDU, nämlich die von Herrn Dr. Matthias Bollmeyer und Herrn Dr. Harry Funk, für die geplante Anlage votierten.

Galt es doch auch darüber abzustimmen, ob ein Prototyp diesen Ausmaßes in einem Mischgebiet und gegen den Willen der anliegenden Bevölkerung genehmigt werden sollte.

Welche Motivation steckte wohl dahinter?

Manfred Teichmann
Moorwarfen

Ein dickes Lob an die Ratsleute, die gegen die Modell-Biogasanlage in Moorwarfen gestimmt haben. Die Grünen sind noch unschlüssig. Hier meine Sicht auf die angeblich positive CO2-Bilanz einer solchen Anlage. Es ist zwar richtig, dass Transporte von Futterpflanzen nach Moorwarfen wegfallen, da aber die hunderte Hektar Anbaufläche weiter genutzt werden, finden die Erntetransporte von Mais- oder Grassilage auch weiterhin statt – nur eben zu anderen Abladestellen, sie fallen nicht weg.

Die nötigen Inputstoffe dieser Anlage von 25 000 Tonnen Geflügel- und Schweinemist/Gülle müssten aus dem südoldenburgischen Raum importiert werden (in Friesland gibt es diese Mengen nicht). Dadurch entstehen eben doch noch zusätzliche, negative CO2-Importe in den Landkreis. Ist das eine positive CO2-Bilanz? Nach meinem Wissen ist solcher Mist hoch keimbelastet und in der Massentierhaltung wird viel Antibiotika eingesetzt, es wären sicherlich hohe Temperaturen nötig um die „Outputstoffe“ frei zu machen.

Allerdings sind hohe Temperaturen für die Mikroorganismen in Biogasanlagen nicht unbedingt lebenswert. Auch gilt ein Ammoniumgehalt (NH4) als relativ unschädlich, während ein hoher Ammoniakgehalt als starkes Zellgift für die Bakterien gilt.

Biogasanlagen benötigen hunderte Hektar Anbaufläche, dazu wird sehr viel Pachtfläche gebraucht. Dies hat in der Vergangenheit den Pachtpreis für Flächen in die Höhe getrieben. Ich denke mal, dass Biogasanlagen bei solchen Landwirten nicht gerngesehen sind.

Bleibt für mich festzustellen, es gibt mehr Negatives als Positives, ich hoffe, dass auch die Grünen und die CDU diese Punkte klug in ihre Entscheidung einbeziehen.

Ralph Erdin
Jever

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.