SCHORTENS „Wir müssen den Druck jetzt aufrecht erhalten, damit Berlin und Hannover uns endlich ernst nehmen“, sagt Gerhard Ratzel. Den Schortenser Rats- und FDP-Fraktionsvorsitzenden beschleicht wie seine Ratskollegen von CDU, UWG, FdU, SPD und Grüne das ungute Gefühl, „dass das ganze Geld für Infrastrukturprojekte der Bahn in den Süden fließt und der Nordwesten in die Röhre guckt.“ Während der Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven längst gebaut wird und voraussichtlich im August 2012 in Betrieb gehen wird, kommt der Anschluss bzw. Ausbau der Bahnlinie an den Hafen überhaupt nicht voran.

Den Politikern und Bürgern in der Region reißt der Geduldsfaden, sie fordern parteiübergreifend endlich Taten statt immer nur neuer Ankündigungen aus Berlin. In die Aktionen für den zügigen zweigleisigen Ausbau und Elektrifizierung der Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven mit erforderlichem Lärmschutz hat sich jetzt auch die Stadt Schortens mit einer Postkarten-Initiative eingeschaltet. „Mit Bahn und Hafen in die Zukunft: Hafen und Bahnanbindung müssen jetzt kommen“, heißt es auf der Karte, die an das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung adressiert ist und die auf der Rückseite in einem kurzen Text die Sorge der Menschen der Region zum Ausdruck bringt.

10 000 dieser Karten wird die Stadt Schortens in der nächsten Woche an alle Haushalte der Stadt verteilen lassen, sagt die Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters, Anja Müller. Ratsvertreter und die Verwaltungsspitze setzen darauf, dass die Bürger tausende Karten frankieren und an Minister Dr. Peter Ramsauer schicken werden.

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Die „Bahn-Card“ hat Axel Homfeldts Marketingagentur „Homfeldt“ entworfen und gesponsert. Karten gibt es u.a. auch im Schortenser Rathaus. Sollten sich Nachbarkommunen der Aktion anschließen wollen, werden eben noch mal ein paar tausend Karten nachgedruckt, sagt Homfeldt.

Die Karten sollen an diesem Sonnabend, 7. November, auch bei der „Dafür“- Kundgebung zum Bahnausbau am Bahnübergang Deichstraße neben dem Sander Bahnhof verteilt werden (die NWZ  berichtete). Beginn ist symbolträchtig um fünf vor Zwölf (11.55 Uhr).

„Wir können uns einen Flop des Tiefwasserhafens nicht erlauben“, mahnt SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Torkler. Immerhin würden dafür rund eine Milliarde Euro verbaut. Doch solange die Hinterlandanbindung nicht voran komme, würden sich u.a. auch Investoren für die Logistikzone zurückhalten.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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