Sande Der Neujahrsempfang der Gemeinde Sande war Abschied und Anfang zugleich. Nicht nur Abschied vom alten Jahr und Ausblick auf das, was 2017 kommen mag. Auch ein Abschied vom bisherigen Landhaus Tapken: Otto und Ruth Tapken, die das Landhaus mit Saalbetrieb, Hotel und Gastronomie in 36 Jahren zu ihrem Lebenswerk machten, ziehen sich aus Altersgründen zurück. Sie bauen ein Häuschen in der Nachbarstadt Schortens und wollen es künftig ein paar Nummern kleiner haben als in ihrem großen Hotelbetrieb.

Hotelbetrieb fortgeführt

Der Neujahrsempfang, zu dem die Gemeinde Sande eingeladen hatte und den rund 300 Bürger, Ratsvertreter und viele Personen des öffentlichen Lebens besuchten (die NWZ  berichtete), war die letzte Veranstaltung, die Ruth und Otto Tapken ausrichteten. Nun checken sie aus ihrem eigenen Hotel aus, das bereits geschlossen ist.

Sie gaben den Staffelstab weiter an Dietmar Kluin und, Ewald Cronshagen-Radtke, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Leinerstift-Akademie, die das Landhaus Tapken übernimmt.

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Das Leinerstift mit Hauptsitz in Großefehn im Kreis Aurich ist eine gemeinnützige Einrichtung der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe in Trägerschaft der Diakonie. Das Leinerstift und die Leinerstift-Akademie sind Dietmar Kluin zufolge mit 580 Mitarbeitern an rund 50 Standorten – darunter viele Tagesgruppen und Wohngruppen – präsent. Nicht nur im Nordwesten Niedersachsens, sondern auch in Berlin, Brandenburg und in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Bürger wollten natürlich vor allem wissen, wie es mit dem Landhotel, das immerhin auch Tagungsort und Treffpunkt vieler örtlicher Vereine und Institutionen war, weitergehen soll. „Wir führen dieses Haus als Hotel mit Saalbetrieb und Gastronomie weiter“, verkündete Kluin.

Eine diakonische Einrichtung der Jugend- und Familienhilfe als Hotelbetreiber? Das Leinerstift unterhält neben zwei eigenen Förderschulen in Leer und Großefehn auch das so genannte Jugendatelier – eine Jugendberufshilfe, die jungen Menschen Orientierung und Qualifikation bei der Berufswahl geben soll, erläuterte Kluin. Ein eigener Tischlerei- und ein Malerbetrieb sowie ein Dorfladen mit Backshop in Großefehn gehörten dazu. „Keine Übungsbetriebe, in denen Mitarbeiter Kunden spielen, sondern echte Betriebe mit richtigen Kunden – wir sind somit auch Handwerksbetrieb“, erläuterte Kluin.

Das Sander Hotel soll künftig als Ausbildungsbetrieb für interne und externe Schulungen im Bereich Hotellerie und Gastronomie dienen. Nach einer Umbaupause soll es vor­aussichtlich im Mai beginnen.

Ursprünglich geriet das Landhotel Tapken im Zuge des Flüchtlingszuzugs in das Blickfeld des Leinerstifts, „weil wir bald auch nicht mehr wussten, wo wir die Asylsuchenden unterbringen konnten“, so der Leinerstift- Vorstandsvorsitzende. Als der Zuzug abebbte reifte der Plan, das Hotel in die Akademie einzubinden und als Ort für Fortbildungsangebote zu nutzen.

Noch viel Platz in Sande

Bürgermeister Eiklenborg, der den Ausführungen Kluins aufmerksam folgte, kam spontan eine Idee: „Wir bräuchten in Sande auch noch eine Drogerie. . .“, schlug er dem Vorsitzenden der Leinserstift-Akademie eine weitere Möglichkeit zur Betriebsgründung und Ausbildung vor.

Wie berichtet, hatte Eiklenborg zuvor viele Chancen und Perspektiven für Sande aufgezählt. Schwerpunkte seien der Wohnungsbau und die Entwicklung neuer Gewerbeflächen. „Da haben wir noch viel Platz in Sande“, lockte Eiklenborg mögliche Investoren.

Sein Thema war unter anderem auch der weitere Ausbau des Tourismus’, unter anderem am Sander See und in Altmarienhausen. Der Internetauftritt der Gemeinde werde modernisiert und bürgerfreundlicher, zudem freue er sich bei der Vielzahl der Veranstaltungen, die Sande 2017 zu bieten habe, ganz besonders auf die Landesliteraturtage im Herbst in Sande. Die künstlerische Leitung übernimmt Regine Kölpin, Autorin aus Neustadtgödens.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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