Astederfeld Mit Windenergieanlagen, die auf dem neusten Stand der Technik sind, können die fast 20 Jahre alten Anlagen im Windpark Bullenmeersbäke nicht mehr mithalten. Ihre Leistung beträgt jeweils 1,3 Megawatt – neue Anlagen dagegen schaffen 5 Megawatt. Der Trend geht also zu weniger Windrädern mit höherem Ertrag. Dieses „Repowering“ ist nun für den Windpark Bullenmeersbäke am Bäkweg zwischen Asterderfeld und Neuenburgerfeld geplant.

Die sechs Anlagen aus dem Jahr 2001 sollen nach 20 Jahren mit Ablauf der EEG-Vergütung stillgelegt und abgebaut werden. Stattdessen sollen in dem Windpark drei neue, doppelt so hohe Anlagen errichtet werden.

Vögel und Fledermäuse

Dafür wurden jetzt Umweltuntersuchungen gemacht, die es vor 20 Jahren noch gar nicht gab. „Damals, als der Windpark genehmigt wurde, spielten Fledermäuse und Vögel für die Windparkplanung keine so große Rolle wie heute“, sagte Ekaterina Wamboldt vom Ingenieurbüro Thalen Consult am Donnerstagabend in der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses der Gemeinde Zetel. Sie stellte zusammen mit Rolf Bottenbruch die Planungen zum Repowering vor. Dazu gehörten Untersuchungen zu Brut- und Rastvögeln sowie Fledermäusen im Windpark-Gebiet. Planungsrelevant seien vor allem die Kraniche, die im Stapeler Moor brüten und das Bullenmeersbäke-Gebiet zur Nahrungssuche nutzen. „Da gibt es Konfliktpotenzial, das aber nicht unüberwindbar ist“, sagte die Expertin. Es gebe „artenspezifische Vermeidungsmaßnahmen“.

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Problematisch könnten die Windenergieanlagen auch für die Fledermäuse werden, sagte Ekaterina Wamboldt. Von den zwölf Arten, die dort festgestellt worden seien, könnten sechs empfindlich reagieren. Um zu vermeiden, dass die Tiere unter den Windrädern leiden, könnten die neuen Anlagen beispielsweise im Sommer nachts abgeschaltet werden. Die alten Anlagen drehen sich indes seit 2001 ständig, insofern es das Wetter zulässt. „Vorgaben zu Abschaltzeiten wurden für diese Anlagen im Jahr 2001 nicht getroffen“, sagte Ekaterina Wamboldt. Bei den neuen Anlagen, die mit Rotor rund 200 Meter hoch und damit doppelt so groß wie die alten sein sollen, ist das anders. Deswegen wird die Umweltverträglichkeit geprüft.

Doch das hat die Anwohner des Windparks nicht davon überzeugt, das Repowering gutzuheißen. „Es scheint mir, als wären die Vögel hier mehr wert als die Menschen“, sagte eine Anwohnerin vom Schmedes Damm in der Sitzung am Donnerstagabend. „Man kann ja jetzt schon nachts bei der Schallbelastung nicht schlafen. Und der Schattenwurf, der zum Teil die ganzen Wintermonate über geht, ist noch unangenehmer als die Schallbelastung.“ Schon jetzt sei der Abstand der 100 Meter hohen Windräder von 500 Metern zu den Wohnhäusern eine „harte Schmerzgrenze“.

Planung noch am Anfang

Die neuen, größeren und leistungsstärkeren Anlagen werden ein wenig ins Plangebiet eingerückt: um die halbe Rotorlänge. Der Abstand zu den Wohnhäusern beträgt dann rund 565 Meter. Der Schatten der neuen Windräder werde aber länger sein als der der alten, sagte Rolf Bottenbruch von Thalen Consult. Jedoch gebe es auch wegen des Schattenwurfes Abschaltzeiten, so dass die Anwohner den Schatten nicht jedes Mal in Kauf nehmen müssten, sobald die Sonne scheine. Mit einem roten Blinklicht „befeuert“ werden sollen die Anlagen nicht die ganze Nacht hindurch, sondern nur, wenn sich ein Flugzeug nähert.

Die Interessen der Windparkbetreiber, die einen guten Ertrag an sauberem Ökostrom wollen, und der einzelnen Anwohner, die sich durch Schatten oder Lärm belästigt fühlen, miteinander zu vereinen, sei „die Quadratur des Kreises“, sagte Bürgermeister Heiner Lauxtermann. Die Planungen für das Repowering sind noch am Anfang. Die Gemeinde Zetel gibt auf Nachfrage detaillierte Auskünfte zum geplanten Repowering. Außerdem werden die Bürger noch die Gelegenheit haben, die Planungsunterlagen bei der öffentlichen Auslegung einzusehen und Bedenken und Anregungen einzureichen.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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