Wangerland Die Fensterscheiben sind eingeschlagen, die Rahmen hängen verwittert und schief in den Öffnungen. „Betreten verboten, Einsturzgefahr“ steht auf den großen Torflügeln. Drinnen stehen noch einige verlassene Möbel – die Räume erinnern an die Menschen, die dort einmal gelebt haben.

Rund um den alten Hof summen Bienen um ihre Stöcke, auf dem alten Deich blöken Schafe und auf den Wiesen rundherum grasen Kühe, Schwalben fliegen durch die Fensteröffnungen ein und aus: Idylle, wohin man blickt.

Und dennoch ranken sich um die verlassene Hofstelle im Friedrich-August-Groden gruselige Schauergeschichten. In lauen Sommernächten, wenn der Himmel bewölkt ist, soll schauerliche Musik aus dem Gemäuer tönen. Kindergeschrei soll dann ebenfalls zu hören sein – zu sehen ist dort allerdings nie jemand.

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Keine Spur von Kindern

In den 1960er Jahren sollen mehrere Kinder verschwunden sein, die in der Nähe des Hofs mit ihren Eltern Ferien machten. Zwei Männer sollen sie verschleppt haben – von den Kindern fehlte seitdem jede Spur.

Auch von Umtrieben einer satanistischen Sekte, die Ende der 1990er Jahre in dem Gebäude ihr Unwesen getrieben haben soll, ist die Rede: Jugendliche wollen heimlich Tieropfer und andere gruselige Rituale beobachtet haben. Sie erzählen von Pentagrammen und weiteren sonderbaren Zeichen an Wänden und auf dem Boden und von schwarzen Katzen, Ziegen und Hähnen, die dort ihr Leben lassen mussten.

Auch ein Selbstmord soll sich auf dem Hof ereignet haben – ein Mann knüpfte sich an einem Baum auf.

„Alles Quatsch“, sagt ein Nachbar der Hofstelle. Einsturzgefährdet sei der Hof seit langem – aber dass es dort spuken soll, davon wisse er nichts. „Lange hat unterm Dach ein Schleiereulen-Paar gelebt. Die machen durchaus seltsame Geräusche. Vielleicht haben die Spukgeschichten damit zu tun“, meint er.

Tatsächlich gibt es an den Wänden keine Hinweise auf Pentagramme oder andere Zeichen. Auch Überreste geopferter Tiere sind nicht zu entdecken. Stattdessen Spinnweben und viel Staub.

Von Kommune bewohnt

„Das Gebäude müsste in der Zeit zwischen 1770 und 1780 gebaut worden sein“, meint Fritz Ortgies, der den Hof seit Jahrzehnten kennt: Seine Hofstelle liegt über den alten Deich hinüber einige hundert Meter entfernt. Der an den alten Hof angrenzende Grodendeich ist 1765 fertig geworden, sagt Ortgies. Danach habe man dort gesiedelt und gewirtschaftet – bis zum Schneewinter 1978/79. „Danach wurde der Hof aufgegeben“, weiß Ortgies. „Später hat dort eine Zeit lang eine Kommune gewohnt“, erinnert er sich.

Von den Schauergeschichten über verschwundene Kinder und die Satans-Sekte, die sich um den Hof ranken, hat er aber noch nie etwas gehört: „Ich glaube auch nicht, dass so etwas dort passiert ist“, sagt er. Es handele sich lediglich um ein verlassenes Gebäude.

Allerdings erinnert er sich daran, dass sich auf dem Hof tatsächlich jemand das Leben genommen haben soll. Das sei aber auch schon viele Jahre her. „Vor 30 oder 40 Jahren war der Hof noch gut in Schuss, ich habe miterlebt, wie er über die Jahrzehnte zur Ruine geworden ist“, sagt er.

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