BOCKHORN Heinz Meyer in Neuenburg hat eine große Sammlung von Postkarten und anderen Schriftstücken angelegt. Immer wieder blättert er gerne darin herum, und da ist ihm ein Datum aufgefallen. Es geht um die Molkerei Genossenschaft Blauhand, die mit ihrer Produktion vor rund 125 Jahren begann.

Heute ist die Molkerei Geschichte, doch Heinz Meyer hat schönes Material gesammelt. Er befindet sich auch im Besitz eines „Rückblicks auf die Entstehung und Entwickelung“. Da ist verzeichnet, dass sich am 21. Februar 1886 in Gerhard Popkens Wirtshaus in Ellenserdammersiel 14 Landwirte trafen, angeführt von Fritz Suhren, um die Molkereigenossenschaft Blauhand zu gründen. Namen wie Gustav Kaper, Carl Eyting, Heinrich Oeltjen und Johann Praß finden sich in der Liste.

Gebäude mit Eiskeller

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Ein Bauplatz wurde gekauft, schnell ein Betriebsgebäude mit Eiskeller errichtet, Maschinen wurden angeschafft. Am 12. September 1886 ging es los, täglich wurden rund 1200 Liter Milch verarbeitet. Regelmäßig erhöhte sich die Zahl der Genossen. Sie hatten aber auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen, mit Wassermangel und Mäuseplage, mit Maul- und Klauenseuche, mit Milchbeschlagnahme in Kriegszeiten, mit Zwangsbewirtschaftung und Inflation.

Auch die Technik musste immer wieder modernen Bedürfnissen angepasst werden. Irgendwann war es aber vorbei mit dem Standort Blauhand. Weniges blieb erhalten, darunter auch eine Rechnung in der Sammlung von Heinz Meyer aus dem Jahr 1909 mit der Werbung über die „Fabrikation feinster Marsch-Tafel-Butter“. Diese Rechnung findet sich im Verbund mit einer „sehr seltenen Glückwunschkarte zum neuen Jahr“, wie Meyer sagt, darauf abgebildet die Molkerei samt Produktionsmaschinen mit riesigen Treibriemen.

Heinz Meyer stammt aus Driefel, seine Großeltern führten einst den „Driefeler Backer“ mit Poststelle. So kam Meyer zum Briefmarkensammeln und darüber zur Leidenschaft für Postkarten. Dicke Alben hat er auch mit Bockhorner Motiven gefüllt. Deutlich wird, dass immer schon eine rege Gastronomie gepflegt wurde.

In Tetens Gasthof zum Beispiel (heute Stiener Kroog), im Gasthof Addicks, im Gasthof Popken (später Lange und Fleßner), bei Hanenkamp in Kranenkamp oder in Lamkens Gasthof, dem späteren Bückelkroog. Cafe Paula, der Gasthof Chriselius (heute Altdeutsche Diele), Kuper und Janssen, Gustav Meinen und sein Hotel Hornbüssel, Zum Tempel (Meyer hat ein Bild von 1918), Hübeners Gasthof und der Friesische Hof von Gerhard Janssen, Helen Hanken und „Sandkrug“ in Grabstede (besteht seit 1926), das Cafe Victoria (später Haase) und der Grüne Wald – unglaublich, diese Vielfalt.

Rege Gastronomie

Es gibt aber auch andere sehenswerte Motive: „Gruß aus Bredehorn“ mit Klosterhof, Schule und Meyers Geschäftshaus, Kaiserliche Post, Bahnhof und Hafen in Ellenserdammersiel, die Dampfziegelei Eilers in Grabstede, Mühle, Jungclaus und Bahnhof in Steinhausen, in Bockhorn die Dampfsägerei Schlalos und die Möbeltischlerei August Oetken (später Dierk Müller).

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