Varel Die Hebammenzentrale Friesland nimmt ihren Betrieb auf: Am Freitagnachmittag wurde die Zentrale offiziell mit einem Festakt eröffnet. Damit soll dem Hebammenmangel im Landkreis Friesland entgegengewirkt werden. Allerdings: Mehr Hebammen gibt es dadurch im Landkreis nicht. Mit der Hebammenzentrale soll lediglich die Arbeit der schon tätigen Hebammen besser koordiniert werden. Der Landkreis verspricht sich davon eine bessere Übersicht, bessere Versorgung und zugleich eine höhere Zufriedenheit der Hebammen.

Aber was macht die Hebammenzentrale? Die Hebammenzentrale stellt keine weiteren Hebammen zur Verfügung, sondern koordiniert deren Arbeit. Gelistet sind dort 27 Hebammen – fast alle, die im Landkreis Friesland tätig sind. Frauen, die eine Hebamme für ambulante oder häusliche Betreuung suchen, können über die Hebammenzentrale einen Kontakt herstellen. Das geht entweder über die Webseite oder über das Telefon (siehe Info-Kasten). Das Angebot ist kostenlos, eine Beratung gibt es dort für die Frauen allerdings nicht.

So erreichen sie die Hebammenzentrale

Unter der Telefonnummer 04451/9202580 ist die Hebammenzentrale-Friesland montags, donnerstags und freitags von 8.30 bis 11.30 Uhr und dienstags und mittwochs von 13 bis 16 Uhr erreichbar. Für die Koordinierung sind die Hebammen Fenna Wardenburg und Alexandra Hartwig zuständig. Sie sind außerdem per E-Mail an info@hebammenzentrale-friesland.de erreichbar. Der Service ist kostenlos, eine Beratung gibt es in der Hebammenzentrale allerdings nicht. Informationen und Kontaktdaten der im Landkreis tätigen Hebammen gibt es auch unter

   

   www.hebammenzentrale-friesland.de

Für Christina Harms-Janßen, Kreisdelegierte Hebamme Friesland/Wilhelmshaven, liegen die Vorteile der neuen Zentrale auf der Hand: „Wir haben dadurch genaue Angaben zu den Kapazitäten der Hebammen.“ Zudem könnten so auch Urlaube und Feiertage besser koordiniert werden, so dass es für die Frauen kein Problem mehr darstellt, wenn sie ihren Geburtstermin in der Ferienzeit oder beispielsweise an Weihnachten haben.

Mit der reinen Koordinierung sieht sie die Möglichkeiten einer solchen Zentrale aber noch nicht vollends ausgeschöpft: „Ich bin gespannt, was man daraus noch machen kann.“ Sie wies aber auch noch einmal darauf hin, dass Frauen sich um eine Hebamme kümmern sollten, sobald sie Kenntnis von ihrer Schwangerschaft haben.

„Wir werden uns um die beste Versorgung der Frauen bemühen“, sagte Christoph Reiche, Chefarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe am St.-Johannes-Hospital Varel, wo die Hebammenzentrale untergebracht ist. Mit der Zentrale könne man Synergien nutzen und aus den Erfahrungen Ideen für die Zukunft entwickeln. Ziel sei es letztendlich, den Frauen eine ergebnisoffene Beratung zur Verfügung zu stellen. „Man sollte die Geburt so erleben wie man möchte und sich nicht von Ideologien einengen lassen.“

Landrat Sven Ambrosy betonte, wie wichtig eine solche Einrichtung gerade im ländlichen Raum sei. Gebe es keine angemessene Betreuung von Müttern mehr, sehe dass so aus, als könne man hier keine Kinder mehr bekommen. Die Folge wäre eine Abwanderung vor allem der jungen Menschen. „Wir dürfen das nie aus den Augen lassen“, so der Landrat. „Wir wollen den Menschen hier eine Perspektive geben.“

Christopher Hanraets
Varel
Redaktion Friesland

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