Wangerooge „Über die Insel hat sich eine Dämmglocke gelegt: Alle haben etwas verloren. Den Vater, den Mann, den Kollegen, den Freund – und die Insel ihren Bürgermeister. Nun herrscht Stille.“ Wangerooges Pfarrer Egbert Schlotmann hat am Samstag in Worte gefasst, was die Menschen bewegt, seit Dirk Lindner am 22. Januar mit 55 Jahren plötzlich gestorben ist.

Familie und Freunde, Kollegen, Insulaner, die Bürgermeister der sieben Inseln und Frieslands, Landrat, Minister und Bundestagsabgeordnete, Vertreter von Banken und Rotem Kreuz, von Feuerwehr und Richthofen-Geschwader nahmen im kleinen Kursaal Abschied von Dirk Lindner.

Das Lied „Der Weg“ von Herbert Grönemeyer, gespielt von der Inselcombo und auch der Gospelchor Vocal waves traten auf, hatten die Töchter der Trauerfeier als Thema gegeben. Denn Dirk Lindner liebte Grönemeyers Musik. „Das Leben ist nicht fair“ – diesen Satz griff Schlotmann auf: „Ja. Das Leben ist nicht fair“, sagte er. Er vermisse Dirk Lindner als kompetenten Ansprechpartner, als Mitdenker, der auch die kleine katholische Gemeinde im Blick hatte.

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„Dirk Lindner hat uns alle bereichert“, betonte Schlotmann. Er habe Spuren hinterlassen, weil er immer die Menschen im Blick hatte. Und weil er mit seinem oft gebrauchten Satz „das kriegen wir hin“ deutlich gemacht habe, dass ihm die Insel wichtig ist.

Landrat Sven Ambrosy erinnerte daran, dass sich Dirk Lindner hartnäckig bei Bund, Land und Landkreis für die Interessen Wangerooges eingesetzt hat – „er war in der Sache bestimmt und sogar renitent“. Und seinen Einsatz begründete er mit dem Satz „weil ich diese Insel liebe“. „Und die Insel gab ihm diese Liebe zurück: Er war d e r Bürgermeister“, sagte Ambrosy.

„Er war Chef, aber auch Kollege und Freund. Seine Tür stand immer offen“, sagte Ratsvorsitzende Bärbel Herfel: „Und wenn man mit Dirk redete und dabei seinen Hund Oskar streichelte, dann wurde der Tag zu einem guten Tag.“

Dirk Lindner, geboren am 24. September 1962 in Bremerhaven, war vor gut 35 Jahren als Zivildienstleistender auf die Insel gekommen – und geblieben. Er arbeitete seit 1991 bei der Kurverwaltung, machte eine Ausbildung zum Verwaltungsfachmann und war seit 1994 als Verwaltungsangestellter bei der Gemeinde, zuständig für Ordnungsamt, Meldeamt und Standesamt. 2014 stellte er sich für die CDU der Bürgermeisterwahl und setzte sich gegen fünf Mitbewerber durch.

„Er hat die Interessen der Gemeinde Wangerooge mit Enthusiasmus wahrgenommen“, sagte Bärbel Herfel – und zwar auch in zahlreichen Gremien außerhalb der Insel. „Und er hat einige Projekte auf den Weg gebracht.“

Bärbel Herfel beschrieb Dirk Lindner als Menschen, der immer und jederzeit für seine Töchter da und ein überglücklicher Großvater seiner Enkeltochter war. „Er war einfach Mensch.“

„Wir können lächeln, weil er hier gelebt hat und sehen, was von ihm geblieben ist“, sagte Bärbel Herfel: „Lächeln wir, öffnen wir die Augen und wenden uns dem Leben zu.“


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