Wangerooge Mit knapp 30 Prozent hätte er gerechnet, sagte Marcel Fangohr am Sonntagabend, als das Ergebnis der ersten Wahlrunde zur Bürgermeisterwahl auf Wangerooge feststand. „Dass es nun über 45 Prozent sind, war eine große Überraschung“, sagte der Kandidat von CDU/Grünen. Er wird bis zur Stichwahl am 1. Juli wieder seinen Wahlstand aufbauen und versuchen, mit möglichst vielen Wangerooger Wählerinnen und Wählern zu sprechen.

„Ich gehe davon aus, dass der Wahlkampf nun etwas ruhiger wird“, sagte er. In den vergangenen vier Wochen hatte es viel Gehacke gegeben. Der Großteil der acht Kandidaten und Kandidatinnen war in irgendeiner Form Ziel von Gerüchten und übler Nachrede geworden.

„Schon aus Respekt vor Dirk Lindner gilt es, einen sachlichen Wahlkampf zu führen“, sagt Fangohr. Bürgermeister Lindner (55) war im Januar tragisch und unerwartet gestorben – deshalb muss auf der Insel neu gewählt werden.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Sehr froh und dankbar, dass sie es in die Stichwahl geschafft hat, ist auch Tina Mißmahl. „Jetzt muss ich sehen, was ich daraus mache – ich konnte nicht so recht einschätzen, wie weit ich kommen werden“, sagte sie.

In den zwei Wochen bis zur Stichwahl werde sie ihr Profil nochmals schärfen – „und ich hoffe, dass ich die Wangerooger Wählerinnen und Wähler überzeugen kann.“

Schon nach Auszählung der ersten Stimmzettel am Sonntagabend hatte es sich abgezeichnet: Marcel Fang­ohr, Bürgermeisterkandidat von CDU und Grünen auf Wangerooge, liegt weit vorn. Lange blieb offen, ob der 36-Jährige eventuell auf Anhieb die absolute Mehrheit gleich im ersten Wahlgang schaffen kann.

Doch am Ende fehlten ihm knapp 5 Prozentpunkte: Er kam auf 45,22 Prozent der Stimmen – und damit steht auf der Insel eine Stichwahl an. Zur Stichwahl kommt es, wenn keiner der Kandidatinnen und Kandidaten im ersten Wahlgang auf über 50 Prozent der Stimmen kommt.

Das Datum steht: Am 1. Juli sind die 1149 Wahlberechtigten auf Wangerooge erneut zur Bürgermeisterwahl aufgerufen. Dann haben sie die Wahl zwischen Fangohr und Tina Mißmahl zu treffen: Die 45-jährige Parteilose holte im ersten Wahldurchgang 17,77 Prozent der Stimmen.

Die Wahlbeteiligung lag bei 71,19 Prozent – 818 Bürgerinnen und Bürger machten ihr Kreuz, zwei Wahlscheine waren ungültig. Marcel Fangohr vereinte 369 Wählerstimmen auf sich, Tina Mißmahl kommt auf 145 Stimmen.

Kurios: Uwe Osterloh (SPD), der seine Bewerbung zurückgezogen hatte, aber dennoch auf dem Wahlschein stand, weil sein Rückzug zu spät gekommen war, holte sieben Stimmen (0,86 Prozent).

FDP-Kandidat Nils Krummacker aus Westerstede holte 119 Stimmen (14,58 Prozent), die parteiunabhängigen Einzelbewerber Dr. Fritz Peters 77 Stimmen (9,44 Prozent), Beate Grimm 64 Stimmen (7,84), Christoph Brunswick 21 Stimmen (2,57 Prozent) und Thomas Commichau 14 Stimmen (1,72 Prozent).

FDP-Kandidat Nils Krummacker postete nach dem Bekanntwerden des Ergebnisses: „Danke an alle für ihre Unterstützung. Leider hat es für mich nicht gereicht. Ich wünsche Wangerooge alles Gute, ich wäre gerne auf die Insel gekommen.“ Und Beate Grimm kommentierte das Ergebnis: „Meinungsfreiheit ist unser höchstes Gut. Ich habe sie auch genutzt und Ihr habt demokratisch entschieden. Ich gratuliere meinen Mitstreitern zu dem Ergebnis und wünsche den Wangeroogerinnen und Wangeroogern bestmögliche Erfolge.“

Zum Vergleich

Die Wahlbeteiligung bei der Bürgermeisterwahl 2018 lag mit 71,2 Prozent leicht unter der Beteiligung an der Wahl 2016: 74,2 Prozent der Wahlberechtigten hatten damals ihr Kreuz für einen der sechs Kandidaten gesetzt.

Auch 2016 war eine Stichwahl nötig – zwischen Amtsinhaber Holger Kohls und Dirk Lindner (CDU): Kohls holte 22,3 Prozent der Stimmen, auf Lindner entfielen 36,6 Prozent.

Zum Vergleich: Beate Grimm, 2016 für die SPD angetreten, holte damals 21,9 Prozent der Stimmen – diesmal kommt sie auf 7,84 Prozent. Dr. Fritz Peters, 2016 Kandidat von BfW, kam auf 11,3 Prozent – 2018 entfielen auf ihn 9,44 Prozent.

Christoph Brunswick aus Datteln postete: „Ich bin nicht Letzter geworden, das ist für mich schon ein Achtungserfolg. Ich war ja von Beginn an eher Außenseiter. Für mich war es eine sehr aufregende, vor allem aber bereichernde Zeit, die mich meiner Lieblingsinsel noch viel näher gebracht hat. (...) Nun denn, dann wird sich Wangerooge halt an meinen Anblick in Shirt und Shorts gewöhnen müssen: ich werde wieder ,der Urlauber‘.“

Am Dienstag, 19. Juni, kommt um 15.30 Uhr der Gemeinde-Wahlausschuss im Sitzungszimmer der Gemeindeverwaltung zusammen: Dann wird das Wahlergebnis amtlich festgestellt.

UMFRAGE
Machen Sie mit beim großen Friesland-Check. Was gefällt Ihnen an Ihrer Gemeinde/Stadt und wo sehen Sie Verbesserungspotential?

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.