WIEFELS Zum Geläut der Kirchen in Jever und Wiefels haben Jevers katholischer Pfarrer Walter Albers und der ev. Pastor Holger Harrack am Mittwoch bei einer ökumenischen Andacht die bei der Kirchplatzsanierung geborgenen Gebeine auf dem Friedfeld Utlande in Wiefels wieder beigesetzt. „Damit ist zum guten Abschluss gebracht worden, was Volker Bleck, Heino Albers und Volker Landig initiiert haben“, sagte Harrack: Den Verstorbenen werde nun ihre Ruhe wiedergegeben.

Das neu angelegte Friedfeld am Utlander Weg in Wiefels besteht aus einem einen Meter hohen und 15 Meter langen Grabplateau, das von vier auf dem Kirchplatz geborgenen Findlingen markiert wird. Auf das Friedfeld weisen eine Steinplatte und eine Infotafel hin.

Dort sind nun alle Gebeine bestattet, die zusammen mit Bauschutt und Erdaushub bei der Kirchplatzsanierung im vergangenen Jahr angefallen waren. 140 Lastwagenladungen waren auf dem Pachtland von Addo Becker in Wiefels abgelagert worden und sollten zum Verfüllen der Feldwege dienen. „Doch nach einem Regenguss musste die Familie Becker mit Entsetzen feststellen, dass im Schutt eine Menge Gebeine liegen“, berichtete Landig. Glücklicherweise habe der Aushub bereits auf einem Feld im Besitz der Kirche gelegen. Das wurde nun zum Friedfeld umfunktioniert. „Ich hoffe, dass die Gebeine hier nun eine dauerhafte Ruhestätte gefunden haben“, sagte Landig.

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Er kritisierte erneut das Vorgehen der Stadt bei der Sanierung des Kirchplatzes: „Wenn man mit dem Spaten in den Boden des Kirchplatzes sticht, darf man sich nicht über Gebeine wundern – das wusste jeder, aber keinen hat es interessiert“, sagte er. Denn bis 1803, als das Jeverland französisch wurde, diente der Kirchplatz als Kirchhof. Erst die französische Regierung schloss mit Blick auf Hygiene – zahlreiche Trinkwasserbrunnen lagen in direkter Nähe des Friedhofs – den Kirchhof und verlegte künftige Beerdigungen auf den damaligen Vorstadt-Friedhof an der Wittmunder Straße.

Volker Bleck von der Stadtverwaltung und Hobbyarchäologe Heino Albers hatten mehrere Särge und unzählige Grabbeigaben geborgen, bevor dann im letzten Abschnitt der Sanierung ein Archäologenteam des Landes-Denkmalamts die Ausgrabung übernahm (die NWZ berichtete).

„Ein bisschen zufällig schließt sich mit dem Friedfeld ein religionshistorischer Kreis“, freute sich Landig: Bis Ende des 4. Jahrhunderts hatten die frühen Christen ihre Verstorbenen ebenfalls außerhalb der Ortschaften bestattet. Erst seit dem 9. Jahrhundert waren Friedhöfe rund um die Kirchen angelegt worden.

Mehr Bilder: www.NWZonline. de/fotogalerie-friesland

Melanie Hanz Redakteurin / Gesamtleitung Friesland
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