Varel Auf die Kritik des Vareler Ratsherren Jost Etzold (FDP) am Auftreten der Politik in der Diskussion um das Ende des Thyssen-Krupp-Standorts in Varel gibt es nun Kritik aus der Mehrheitsgruppe im friesländischen Kreistag aus SPD, Grünen und FDP an dem Liberalen: „Wenn 229 Arbeitsplätze bei einem der wichtigsten Arbeitgeber in Varel abgebaut werden sollen, ist das eine Entscheidung, die die Politik natürlich etwas angeht, denn an den 229 Arbeitsplätzen hängen Familien, deren Existenz und deren Zukunft plötzlich in Frage gestellt werden“, schreibt Ulrike Schlieper, Sprecherin der Mehrheitsgruppe in einer Mitteilung an den „Gemeinnützigen“.

„Wenn, wie der Betriebsratsvorsitzende von Thyssen Krupp Aerospace öffentlich sagt, noch genug Arbeit da ist, gewinnt die unternehmerische Entscheidung der Werksleitung eine Dimension, die Empörung und Einmischung von Seiten der Politik und der Bevölkerung rechtfertigt. Die Arbeitsplätze, die jetzt verloren gehen sollen sind entstanden, weil die Politik aus EU, Bund, Land und Landkreis im Glauben an die langfristige Zukunftssicherung des Vareler Standorts im Aeropark insgesamt 19 Millionen Euro aus Steuergeldern investiert hat.“ Diese „Einmischung“ der Politik habe sich das Unternehmen gerne gefallen lassen, so Schlieper.

Die Haltung Etzolds gehe von einer staatsfernen Volkswirtschaft aus, in die sich die Politik nicht einzumischen habe. „Würde man dieser Auffassung konsequent folgen, dürfte sich die Wirtschaft allerdings auch nicht in die Politik einmischen, müsste jede Lobbyarbeit einstellen und sollte keinerlei Wirtschaftsförderung mehr akzeptieren geschweige denn fordern. Ein solches Verständnis des Zusammenspiels von Wirtschaft und Politik stammt aus längst vergangenen Zeiten und hat in der heutigen Wirtschafts- und Unternehmenspolitik nichts mehr zu suchen“, schreibt Schlieper.

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Ohne Hilfe der Politik würden heute in Varel vermutlich gar keine Flugzeuge mehr gefertigt, so die Mehrheitsgruppe. „Die sozialen Folgen hätten dann die Steuerzahler übernommen.“

„Wenn in Varel genügend Arbeit vorhanden ist, obwohl der Airbus A380 nicht mehr gebaut wird, gibt es kaum Gründe, die Thyssen-Krupp-Mitarbeiter zu entlassen“, heißt es weiter in der Mitteilung.

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