Varel „Ich vertraue Opa“, sagt Marie Mondorf. Die 18-Jährige darf in diesem Jahr zum ersten Mal wählen – und das gleich zweimal. Bei der Bundestagswahl hat die Varelerin ihre Stimme abgegeben und auch bei der Landtagswahl am Sonntag wird sie wieder ins Wahllokal in Büppel gehen. Was sie wählen wird, hat sie vorher mit ihrem Opa Manfred Mondorf besprochen. „Er kennt sich aus“, sagt Marie.

Der 79-Jährige durfte 1961 bei der Bundestagswahl am 17. September zum ersten Mal wählen. 21 Jahre, fertig mit der Maurerlehre und frisch verheiratet, ging Manfred Mondorf mit seiner Frau Waltraud ins damalige Alle-Hotel an der Windallee zum Wählen. Für die CDU/CSU trat zum vierten Mal Bundeskanzler Konrad Adenauer an, für die SPD erstmals Berlins Regierender Bürgermeister Willy Brandt.

Manfred Mondorf erinnert sich noch gut an die Wahlkarten, die wesentlich kleiner waren als die heutigen Wahlscheine. Seitdem hat der Vareler keine einzige Wahl ausgelassen. Wenn er auf Montage war, was oft vorkam, ist er extra nach Hause gekommen, um keine Wahl zu verpassen. „Das ist doch Bürgerpflicht“, sagt der Senior.

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Und welche war für ihn die spannendste Wahl? „Ganz klar die, als Helmut Schmidt Kanzler geworden ist“, erinnert sich der 79-Jährige noch ganz genau an den 3. Oktober 1976.

Auch seinen drei Kindern und fünf Enkeln hat Manfred Mondorf eingeimpft, dass bei der Wahl jede Stimme zählt. „Ich bin mir sicher, dass sie immer zur Wahl gehen“, sagt er.

Seine Enkelin Marie war sich sowohl bei der Bundestags- als auch jetzt bei der Landtagswahl unsicher, was sie wählen soll, und hat sich mit ihrem Opa besprochen: „Bei sowas frag ich Opa um Rat“, sagt die 18-Jährige, „er kennt alle Politiker und weiß, wofür sie stehen“.

Auch ihr jüngerer Bruder Marlon weiß gut übers Wählen Bescheid: „Er geht zur Oberschule Varel und dort sind die Wahlen ein großes Thema“, sagt die 18-Jährige. Sie ist zum Gymnasium gegangen und hätte sich gefreut, wenn die Schüler besser auf Wahlen vorbereitet würden. „Viele meiner Freunde wollen zwar wählen, wissen aber nicht wen“, sagt sie.

Ihr ist es wichtig, dass sich Politiker für die bessere Integration von Flüchtlingen einsetzen: „Ich bin Bufti an einer Grundschule und erlebe dort, wie schwierig es ist, Flüchtlingskinder zu integrieren“. Dafür müsste mehr getan werden, sagt die 18-Jährige. Außerdem wünscht sie sich mehr jüngere Abgeordnete, „die wissen, was junge Menschen wollen“.

Auch müsse mehr für die Sicherheit der Bürger getan werden, meint sie. „Genau, wir brauchen mehr Polizei“, gibt ihr ihr Großvater Recht. Manfred Mondorf ist es auch wichtig, dass mehr für Rentner getan wird. „Und wir brauchen mehr Lehrer“, sagt der 79-Jährige.

Der Landtagswahl sehen die beiden mit Spannung entgegen. „Das wird eine sehr wichtige Wahl“, sagt Manfred Mondorf und hofft, dass es für ihn einen Grund zum Feiern gibt.

Jantje Bauer (19) aus Varel

Ganz wichtig ist mir Bildung, da muss mehr getan werden. Ich fände es besser, wieder die Realschule einzuführen, da viele Eltern ihr Kind nicht auf eine Oberschule schicken wollen. Für mich ist auch wichtig, dass Flüchtlinge besser integriert werden. Es ist traurig, wenn Kinder abgeschoben werden, die sich hier gut integriert haben.

Hauke Eilers (20) aus Varel

Ich gehe auf jeden Fall wählen, man sollte sein Mitspracherecht nutzen. Konkret wünsche ich mir, dass die EDV in den Schulen verbessert wird und die Lehrer entsprechend geschult werden. Es ist nicht gut, wenn die Schüler mehr wissen als die Lehrer. Ich wünsche mir auch, dass Deutschland schnelleres Internet bekommt.

Denise Dänekas (20) aus Grabstede

Nur wenn man wählt, kann man Einfluss darauf haben, wie es weitergeht. Ich finde es wichtig, dass die Rente auch für uns sicher ist. Wichtig ist mir auch, dass wir in Sicherheit leben können und vor Terroranschlägen geschützt sind. Auch in die Bildung sollte mehr investiert werden.

Nadja Wendland (18) aus Bockhorn

Bei der Bundestagswahl habe ich Briefwahl gemacht, jetzt gehe ich direkt ins Wahllokal. Ich finde es wichtig, dass man wählen geht, damit solche Parteien wie die AfD nicht in den Bundestag kommen. Jede Stimme zählt. Ich würde es gut finden, wenn Politiker ihre Versprechen auch halten und Auszubildende und Studenten besser finanziell unterstützen.

Meine Frau ist 2011 gestorben, seitdem bin ich alleine. Ich bin Gründungsmitglied der Vareler Trauergruppe und komme jeden Dienstag hierher. Die Gruppe ist für mich eine Familie. Hier kann ich sagen, was ich will. Wenn es mir schlecht geht, bleibt das in diesen Räumen. Ansonsten ist es schwierig, irgendwo alleine hinzugehen.
Eckhard Balkow
(78)Schortens
Ich bin seit gut einem Jahr Witwe. Zwei Monate nach dem Tod meines Mannes bin ich in die Gruppe gekommen, mein Hausarzt hatte mir das empfohlen. Das Alleinsein macht mir sehr zu schaffen. Ich stelle fest, dass viele Menschen nicht mit Trauer umgehen können. Hier in der Gruppe kann man mit allen reden, alle haben dasselbe Schicksal und haben Verständnis. Wir telefonieren auch außerhalb der Gruppentreffen miteinander.
Ulrike Weidebach
(57)Obenstrohe
Ich bin vor dreieinhalb Jahren Witwer geworden, nachdem ich meine Frau 25 Jahre lang gepflegt habe. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Mein Arzt hat mir empfohlen, in diese Gruppe zu gehen. Sie gibt mir Halt und hilft mir, wieder ins Leben zu finden. Ich habe dieser Gruppe sehr viel zu verdanken. Ich weiß nicht, was ich ohne diese Gruppe gemacht hätte.
Werner Schmidt
(75)Varel
Traute Börjes-Meinardus Redakteurin / Redaktion Varel
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