Varel 74 Jahre ist es her, da endete der Zweite Weltkrieg – und mit ihm der letzte Krieg auf deutschem Boden. Menschen, die die Zeiten des Krieges selbst erlebt haben, gibt es nur noch wenige. Dennoch wird am Sonntag wieder in ganz Deutschland der Volkstrauertag begangen und der Opfer gedacht. Aber: Es werden immer weniger Menschen, die sich am Volkstrauertag an den Ehrenmalen einfinden. Und es sind vor allem die älteren. Hat sich der Volkstrauertag selbst überlebt?

„Nein“, sagt Michael Karußeit, der seit Jahren mit dem Posaunenchor Varel die Gedenkveranstaltungen in Varel und Umgebung musikalisch begleitet. Der Volkstrauertag stehe schließlich nicht nur für die Trauer um die Menschen, die in Kriegen und Konflikten ihr Leben gelassen haben, sondern auch für Frieden. „Und Kriege passieren auch heute noch überall“, sagt Karußeit.

Und das, so schreibt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, hat auch Einfluss auf die Geschehnisse in Deutschland und Europa. Auch wenn hier schon lange Frieden herrsche, bekommen auch Europäer die Auswirkungen von Kriegen in anderen Teilen der Welt als Flucht und Vertreibung zu spüren. „Im Hinblick auf die Folgen bewaffneter Konflikte hat sich innergesellschaftlich, nicht nur in Deutschland und in Europa, der Ton in der Politik und in der gesellschaftlichen Debatte verschärft“, schreibt der Volksbund. Die Aufgabe des Volkstrauertags sei damit, als Friedens- und Gedenktag den Menschen in einer immer unübersichtlicher werdenden Welt Orientierung zu geben.

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Diese Aufgabe kann der Volkstrauertag aber auch nur dann wahrnehmen, wenn es gelingt, auch jüngere Generationen in die Gestaltung der Volkstrauertage einzubinden. Aber wie soll das funktionieren?

In Varel wollen die Unterstützer des Volkstrauertages in die Schulen gehen. Das führe an einigen Stellen auch schon zum Erfolg, sagt Michael Karußeit. Auch in der Kirche würden die Konfirmanden schon seit einigen Jahren motiviert, sich bei den Volkstrauertagen einzubringen. „Da ist einiges in Bewegung“, sagt Karußeit.

Die Jugend einzubinden, kann laut Volksbund auf ganz verschiedene Arten passieren – sei es, indem sie den Volkstrauertag mitgestalten oder sich mit der Geschichte ihres Ortes während des Nationalsozialismus befassen. Michael Karußeit hofft, dass der Volkstrauertag auch in Zukunft noch ein wichtiger Gedenktag für die Menschen ist. „Es wäre schön, wenn man diesem Tag weiterhin die Bedeutung zumisst, die er verdient.“

Gedenkveranstaltungen und Sammlungen in Varel

Am Sonntag, 17. November, gibt es insgesamt sieben Gedenkveranstaltungen in Varel und den umliegenden Orten. Die Veranstaltungen werden vom Posaunenchor Varel begleitet. 9 Uhr: Ehrenmal Borgstede 9.30 Uhr: Ehrenmal Grünenkamp 10.30 Uhr: Ehrenmal Altjührden 11 Uhr: Ehrenmal Obenstrohe 11.30 Uhr: Ehrenmal Neuenwege 15 Uhr: Zentrale Kundgebung beim Ehrenmal auf dem Friedhof Varel. Nach einer Gedenkansprache durch Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner hält die Ansprache Pfarrer Manfred Janßen. Das Totengedenken wird gesprochen von den Mitgliedern der Reservistenkameradschaft Varel. 16 Uhr: Ehrenmal Seghorn

Außerdem sind in diesen Tagen wieder Spendensammler für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge unterwegs. Die freiwilligen Sammler gehen von Haus zu Haus und bitten um eine Spende für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Die Sammlungen gehen bis zum 15. Dezember. Es kann allerdings nicht jeder Straßenzug von den Sammlern abgegangenen werden.

Die Reservistenkameradschaft Varel ist zudem am Samstag, 16. November, von 9 bis 12 Uhr auf dem Wochenmarkt in Varel, um Spenden zu sammeln. An dieser Aktion wird sich zeitweilig auch Varels Bürgermeister und Ortsverbandsvorsitzender des Volksbunds, Gerd-Christian Wagner, beteiligen.

Wer die Arbeit des Volksbundes unterstützen möchte, kann eine Spende auf das Konto des Ortsverbands Varel bei der Oldenburgischen Landesbank überweisen. Kontonummer: 9642514500, Bankleitzahl: 28222621

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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