Varel „Umwelt- und Klimaschutz müssen für uns in Zukunft noch wichtiger werden“, erklärte Sascha Biebricher, Vorsitzender des Vareler SPD-Ortsvereins, am Montag nach dem desolaten Ergebnis seiner Partei bei der Europawahl. Zwar hätten die Sozialdemokraten wichtige Themen gehabt, aber das Thema Umwelt sei vielen dann noch wichtiger gewesen. Auf kommunaler Ebene sei da aber schon ein solider Anfang in Sachen Klimaschutz von seiner Partei gemacht worden.

Dem Wahlsonntag kann der SPD-Politiker aber auch durchaus etwas Positives abgewinnen: Die Wahlbeteiligung sei erfreulich hoch gewesen, es seien viele junge Menschen zur Wahl gegangen, Landrat Sven Ambrosy (SPD) wurde wiedergewählt und die rechten Parteien hätten weniger Stimmen bekommen als befürchtet.

Für Hergen Eilers, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Varel, ist das Ergebnis der Europawahl „deutlich unter dem, was wir uns erhofft haben“. Es sei aber ein Stück weit erwartbar gewesen, da SPD und CDU an Rückhalt verlieren und sie ihre Politik auf Bundesebene nicht gemeinsam vertreten. Die Grünen hätten „das deutsche Topthema Klimaschutz geschickt aufgenommen und deutlich punkten können“.

„Das Thema bleibt aktuell. Allerdings kann man keine Hau-Drauf-Klimapolitik betreiben, wie es sich die Grünen offenbar vorstellen“, so Eilers. Das treibe die Bürger auf die Straße. Die CDU müsse mehr Mühe darauf verwenden, als Partei wahrgenommen zu werden, die effektive Maßnahmen umsetzt, aber auch die Folgen im Blick hat.

In lediglich acht von 33 Wahlbezirken war die CDU stärkste Kraft. Die meisten Stimmen holten die Christdemokraten in Jeringhave (37,65 Prozent). In der Stadt fuhren sie das schwächste Ergebnis ein: im Bezirk Grundschule Osterstraße kam die CDU auf nur 16,51 Prozent.

Die Sozialdemokraten lagen in 15 Stimmbezirken vorne. Im Wahllokal BBS I kam die SPD mit 24,94 Prozent exakt auf die gleiche Stimmenanzahl wie die Grünen. Am schwächsten schnitten die Genossen in Seghorn ab (16,28 Prozent).

Die AfD pendelte sich in Varel analog zum Bundestrend auf knapp über sieben Prozent ein. Ihre Hochburgen in Varel hatte sie in Winkelsheide (11,34 Prozent) und im Wahlbezirk Grundschule Am Schlossplatz (11,23 Prozent). Sonst war sie nirgends zweistellig.

Zufrieden mit dem Ergebnis zeigte sich die Vareler FDP. Sie steigerte ihr Ergebnis von 3,2 Prozent vor fünf Jahren auf nun 5,9 Prozent. „Ein Plus von über zwei Prozent ist ein super Ergebnis“, kommentierte der Vorsitzende des Stadtverbandes Michael Voss auf seinem Instagram-Account.

Von den Splitterparteien – insgesamt standen 40 Gruppierungen auf dem 85 Zentimeter langen Stimmzettel – schnitt „Die Partei“ mit 2,59 Prozent am besten ab. Sie ist in Friesland stark vertreten und stellte bei der Landratswahl den Gegenkandidaten von Sven Ambrosy. Der Amtsinhaber setzte sich gegen Sebastian Schröter mit 78,7 zu 21,3 Prozent durch.

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