Varel Varel benennt vier neue Straßen mit Namen von Frauen, die in der Geschichte der Stadt besonders tätig waren. Die Straßen im Neubaugebiet zwischen der Hafenstraße und dem Moorhausener Weg erhalten die Namen Judith-von-Eßen-Straße, Susanne-Ostendorf-Straße, Potthast-von-Minden-Straße und Jette-Weinberg-Straße. Das hat der Ausschuss für Bauen, Liegenschaften, Straßen und Verkehr jetzt einstimmig beschlossen.

Die vier Straßenzüge nach den vier Frauen zu benennen, erfolgte auf der Grundlage eines Vorschlags von der Vareler Gleichstellungsbeauftragten Brigitte Kückens. Erstmals stellte sie im Juni 2007 einen Antrag, bei der Benennung von neuen Straßen, Frauen, die in der Geschichte der Stadt tätig waren, zu berücksichtigen. „Der Wunsch war und ist seitdem von vielen Varelerinnen bei vielen Veranstaltungen an mich immer wieder herangetragen worden“, sagte Kückens.

Olga Potthast von Minden BILD: Heimatverein
Judith von Eßen BILD: Archiv Martinß
Susanne Ostendorf BILD: Hans Begerow
Olga Potthast-von Minden BILD: Heimatverein
Judith von Eßen BILD: Archiv Martinß
Susanne Ostendorf BILD: Hans Begerow

Vier Vareler Frauen haben etwas bewegt

Judith von Eßen (1924 bis 2004) war eine Vareler Künstlerin und Bildhauerin, die zum Beispiel die Statue „Krabbenpulerin“ in der Fußgängerzone schuf.

Olga Potthast von Minden (1869 bis 1942) war eine international bekannte Malerin aus Varel. Ihre Darstellungen der Allee im Vareler Wald fanden (als Kunstdruck) internationale Verbreitung.

Susanne Ostendorf (1935 bis 1999) war eine sozial engagierte Vareler Kommunalpolitikerin und Trägerin es Bundesverdienstkreuzes. Sie gehörte dem Rat an und engagierte sich in der Schul-Elternarbeit.

Jette Weinberg (1896 - 1941) war eine jüdische Bürgerin, die mit ihrem Bruder Ernst in Varel ein jüdisches Altersheim betrieb. Sie wurde 22. Oktober 1941 ins Ghetto Lodz deportiert, wo sie wenige Wochen später, am 17. November 1941, verstarb. Ihr Haus in der Schüttingstraße wurde konfisziert.

Die Auswahl habe sie in zahlreichen Gesprächen mit Vareler Frauen getroffen. „Da die Gleichstellung von Männern und Frauen auch im öffentlichen Leben einer Stadt sichtbar wird, halte ich es an der Zeit, diesem Anliegen jetzt auch gerecht zu werden“, betonte Kückens.

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Mitte 2013 war bereits diskutiert worden, eine Straße auf dem ehemaligen Kasernengelände nach Judith von Eßen zu benennen. Dazu kam es aber nicht. Die Straße erhielt den Namen des ehemaligen Vareler Bürgermeisters Karl Nieraad (die NWZ  berichtete). Der Verwaltungsausschuss stellte aber in Aussicht, dass für die vier neuen Straßen im Baugebiet an der Hafenstraße die Namen bekannter Frauen zu berücksichtigen sind. Nur drei Straßen tragen die Namen von Frauen, davon stammte nur eine aus Varel: Gertrud-Barthel. Hinzu kommen die Anne-Frank-Straße und die Astrid-Lindgren-Straße. 61 sind nach Männern benannt.

Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.) / Redakteur
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