Varel /Berlin Der FDP-Kandidat zu den Europawahlen am 26. Mai für den Kreis Friesland, Michael Voss aus Varel, reist diesen Samstag erstmals als Delegierter zum Europaparteitag der Liberalen nach Berlin. In der Hauptstadt stellt er im Namen des Kreisvorstandes den Antrag zu einem europäisches Hilfskorps für die internationale Entwicklungszusammenarbeit vor.

Er lautet: „Die humanitären Aufgaben sollen durch Menschen geleistet werden, die in einem staatlichen Hilfskorps zusammengefasst werden und damit auch den Schutz für ihre Aufgabenerfüllung erhalten können. Alle EU-Länder sollten gleichartige Hilfskorps aufbauen, die dann bei einem großangelegten und zeitintensiven Einsatz auch zusammenwirken können.“ Begründet wird der Antrag der friesländischen FDP damit, dass die Arbeit in Entwicklungsländern ein ministeriumsübergreifendes, fachlich geschultes, militärisch organisiertes und schutzfähiges Hilfskorps erfordert.

„Interkulturelle Kompetenz und weltweite Durchhaltefähigkeit können nur im europäischen Rahmen sichergestellt werden“, ist Voss überzeugt, „deshalb ist anzustreben, dass alle EU-Länder gleichartige staatliche Hilfskorps aufbauen und diese auch gebündelt eingesetzt werden können“. An diesem Wochenende wird in Berlin über den Antrag aus Friesland beraten und abgestimmt. Gestellt wurde er von Kreisgeschäftsführer Hayo Sieckmann (Bockhorn).

In Berlin wird Michael Voss zudem auf die Europawahlliste der FDP gesetzt. Bei der Landesdelegiertenversammlung in Osnabrück wurde er bereits auf Platz 16 gelistet. Dass der Einzug ins Europaparlament glückt, sei indes eher unwahrscheinlich. „Die Erfolgschancen sind gering, denn ich stehe auf einem hinteren Listenplatz – bei nur neun bis zehn Plätzen für die Liberalen.“ Dennoch hängt er sich in den Wahlkampf voll rein: „Ich unterstütze damit die FDP.“

Europa hat für den Familienvater und Berufssoldaten bei der Marine einen hohen Stellenwert. „Ich bin mit dem Kalten Krieg aufgewachsen und habe den Prozess, wie sich die Europäische Union entwickelt hat, von Kind auf wahrgenommen“, sagt er. Hin zu Freiheit und Sicherheit. „Ausgenommen von den Konflikten in Jugoslawien und auf der Krim hat es in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges keine bewaffneten Auseinandersetzungen mehr gegeben.“

Auch wirtschaftlich sei Europa ein Erfolgsmodell. „Der Staatenverbund ist der größte Binnenmarkt“, sagt er. Davon profitiere vor allem Deutschland immens.

Er appelliert an alle Bürger, am 26. Mai zur Europawahl zu gehen. „Vor allem die jungen Leute sollten diese Chance nutzen“, sagt Michael Voss. Denn in vielen Ländern machen sich schon wieder nationale Tendenzen breit. Doch dagegen könne man sich wehren. „In den kommenden Jahren werden die Weichen für Europa gestellt.“

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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