Varel Der Arbeitskreis Juden in Varel hat eine Gedenktafel in Auftrag gegeben, die an die ermordeten Bewohner des jüdischen Altenheims an der Schüttingstraße 13 in Varel erinnert (die NWZ  berichtet). Sie wird an diesem Mittwoch, 27. Januar, an der Schulstraße auf dem Gelände der Grundschule am Schlossplatz aufgestellt, weil die Schüttingstraße abgelegen ist und überwiegend nur von den Anliegern genutzt wird.

Die Erinnerungstafel wird während einer öffentlichen Feierstunde in Anwesenheit von Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner und dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Oldenburg, Jehuda Wältermann, vorgestellt. Beginn ist um 11 Uhr.

Alle Namen genannt

Der 27. Januar ist der Holocaust-Gedenktag. Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslager Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit. Er ist Gedenktag für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Insgesamt töteten die Nationalsozialisten während ihre Herrschaft in Europa über sechs Millionen Menschen.

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Auf der Tafel sind alle Namen, Geburtsdaten und – soweit bekannt – Todesdaten der Bewohner des Hauses Schüttingstraße 13 genannt, die dort ihren letzten Wohnsitz hatten, bevor sie in Konzentrationslager deportiert und dort umgebracht wurden.

Die Deportationen geschahen am 22. Oktober 1941 und am 23. Juli 1942. Von einigen der ehemaligen Bewohner sind nur die Daten ihrer Deportation bekannt, die in aller Regel mit dem Todesdatum identisch sind.

Bis 1937 war das Haus an der Schüttingstraße 13 ein Wohn- und Geschäftshaus, in dem die Besitzer, Ernst und Jette Weinberg, einen Produktenhandel (Felle und Altmetall) unterhielten. Ab 1937 hatten die Geschwister Ernst und Jette Weinberg erzwungenermaßen (auch weil man ihnen die wirtschaftliche Existenz entzogen hatte) die Einrichtung für alte und gebrechliche Juden betrieben.

Gründliche Recherche

Im Oktober 1941 wurden sie und vier Bewohner deportiert. In das frei gewordene Gebäude wurden 23 Juden aus Ostfriesland einquartiert, die dann im Juli 1942 deportiert wurden. Keiner überlebte.

Durch die Fleißarbeit und gründliche Recherche von Holger Frerichs liegen dem Arbeitskreis auch Fotos von Vareler Juden und einigen Juden aus Emden vor, die vor ihrer Ermordung in Varel ihren letzten Wohnsitz hatten. Mit der Erinnerungstafel wird auch ein Faltblatt vorgelegt, das die Wohnhäuser der Vareler Juden in einem Stadtplan zeigt und ihren Lebensweg schildert.

Mit diesen beiden Projekten setzt der Arbeitskreis seine Tätigkeit fort, die mit der Erinnerungstafel gegenüber der einstigen Synagoge in der Osterstraße begonnen wurde.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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