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Schortens Nach fast zwei Jahren hat das Für und Wider um die Zukunft des Freizeitbads Aqua Toll mit dem Ratsbeschluss zu Sanierung und damit zum Erhalt des Bads (die NWZ  berichtete) ein vorläufiges Ende gefunden. Und schon brennt es an anderer Stelle. Bei der Feuerwehr. Und auch bei den Schulen.

Justs Gedankenspiele

Janto Justs Ausführungen im Rat zur Aqua Toll-Debatte sorgt für viel Gesprächsstoff und Spekulationen. „Schulen, Sporthallen und auch die Feuerwehren können ja zusammenrücken“, meinte Just. Und wenn man eine Schule oder Sporthalle schließen würde, gebe es noch genügend andere Schulen und Hallen in der Stadt. „Schließt man jedoch das Schwimmbad, gibt es gar kein Bad mehr“, argumentierte der Vorsitzende der Wählergruppe BfB. Für Justs öffentliche Gedankenspiele, die auch den Stadtentwicklungsprozess ad absurdum führen, gibt es massive Kritik in den sozialen Medien.

Die Zukunft des Aqua Toll hat den Rat in zwei Lager gespalten. SPD/FDP und BfB/UWG trugen nochmals vor, warum das Bad für eine Summe von nun bis zu 6,4 Millionen Euro saniert werden muss. Die CDU und die Grünen wiederholten ihre Gründe, weshalb sich die Stadt ihr Bad nicht länger leisten kann. Lebensqualität contra Schuldenpolitik. Sanierungskosten contra Abrisskosten.

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Udo Borkenstein (SPD) nutzte die Ratssitzung, um für eine von ihm Anfang der Woche herausgegebene Pressemitteilung um Entschuldigung zu bitten. Darin hatte er der CDU vorgeworfen, den Arbeitskreis im Stadtentwicklungsprozess in seiner Haltung gegen das Aqua Toll bestärkt zu haben. Er habe erkannt, dass er sich geirrt habe.

Axel Homfeldt (CDU) hielt der SPD/FDP jedoch vor, mit ihrer Entscheidung zum Aqua Toll, zum Kunstrasenplatz am Klosterpark und zur stundenweisen Vermietung der Turnhalle der Grundschule Jungfernbusch an den Landkreis für den Schulsport der IGS Fakten zu schaffen, bevor die Arbeitskreise im Projekt „Zukunft in Schortens“ zu einer Entscheidung gelangen können.

Erwartungsgemäß behielten CDU und Grüne ihre Haltung zum Aqua Toll auch in der Haushaltsdebatte bei und lehnten das Zahlenwerk ab. Horst-Dieter Freygang (CDU) erklärte, dass der Etat, anders als von Bürgermeister Gerhard Böhling dargestellt, „auf Kante genäht“ sei. Die wirtschaftliche Entwicklung sei düster, das treffe verzögert auch die Kommunen.

Infrastruktur erhalten

Böhling hingegen erklärte, dass es die Bürger schmerzlicher treffen würde, wenn die Stadt wichtige Infrastruktur-Einrichtungen wie das Aqua Toll, das Bürgerhaus, die Bücherei oder Begegnungsstätten schließen müsste.

Udo Borkenstein verwies auf das Landesraumordnungsprogramm und befürchtet, „dass Schortens auf den Status eines Grundzentrums abrutscht“. Die Stadt solle sich daher hüten, wichtige Einrichtungen zur Disposition zu stellen.

Schortens plant für 2015 mit einer Finanzierungslücke von rund 400 000 Euro. Bei den Investitionen sind die Planungskosten für das Feuerwehrhaus Sillenstede, fürs Bürgerhaus sowie für die Brandschutzplanung, der Kunstrasenplatz und das Aqua Toll die größeren Posten.

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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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