Schortens „Die Suppe wird kalt.“

Selten kommt es vor, dass in der Sitzung des Schortenser Rates alle Beschlussvorlagen ohne Diskussionen abgehakt werden. Die letzte Sitzung des Jahres war von den Vorlagen her auch nur leidlich aufregend. Null Konfliktpotenzial. Nichts, wofür man sich noch mal aufreiben oder aufstehen müsste.

Worum ging’s? Um den Abschluss einer Zweckvereinbarung über einen kleinen Bereich am Rande Wilhelmshavens, Klein Westerhausen. Wenn’s da mal brennt, soll die Feuerwehr Sillenstede ausrücken, die sind dichter dran als die Wilhelmshavener. Dann eine Neufassung über die Satzung für den Baubetriebshof. Ein Grundsatzbeschluss zur Bestellung von Sicherheiten bei Grundstücksverkäufen. Eine vierte Änderung des Flächennutzungsplans. Auch nicht so spannend diesmal.

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„Die Suppe wird kalt.“

Zwei Ausschüsse werden noch umbesetzt, Stellungnahmen und Hinweise zum Bebauungsplan „Branterei“ abgewogen und anerkannt und die Diplompädagogin Antje Schlehenbecker aus Großefehn im Kreis Aurich zum 1. Januar zur neuen hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Schortens berufen. Anfang des Jahres wird sie offiziell vorgestellt.

Tourist-Info zieht um

„Die Suppe wird kalt“, drängelt Janto Just.

Vorher gibt es noch eine „Mitteilung über Nebentätigkeiten des Hauptverwaltungsbeamten“. Heißt: Welche Ämter und Funktionen hat Bürgermeister Gerhard Böhling eigentlich noch und welche Vergütungen werden dafür gezahlt? Eine Novelle des Kommunalverfassungsgesetzes schreibt eine entsprechende öffentliche Bekanntmachung vor, aber auch da gibt es nichts, was man nicht schon wüsste.

Nach 18 Minuten sind hinter allen Beschlussvorlagen Haken gemacht. Es gab null Diskussionsbedarf, keine Widerworte.

Bürgermeister Gerhard Böhling hatte zuvor noch über den bevorstehenden Umzug der Tourist-Info von der Rheinstraße an zentrale Lage in das Heidmühler Bahnhofsgebäude berichtet. Die jetzige Tourist-Info soll inklusive des danebenliegenden Rosengarten als Fläche für ein Tagungshotel in Kooperation mit dem Bürgerhaus angeboten werden.

Angeboten werden soll nun auch das stark sanierungsbedürftige Jugendheim am Klosterpark. Die dort lange ansässigen Vereine sind ausgezogen und haben an anderer Stelle im Ort neue Treffpunkte gefunden. Fast fertiggestellt ist nun auch das neue Feuerwehrhaus in Sillenstede, sagte Böhling. Ende Januar soll es offiziell eingeweiht werden.

Und im Januar beginnen auch die Arbeiten für den Anschluss des Schmutzwasserkanals in Upjever an das Leitungsnetz der Stadt Schortens. 1,2 Millionen Euro nimmt die Stadt dafür in die Hand. Rund 110 Haushalte in Upjever profitieren dann von günstigeren Abwassergebühren, sparen je nach Verbrauch rund 50 bis 70 Euro im Jahr. Bislang wurde das Abwasser aus Upjever von der Stadt Jever geklärt – dort kostet der Kubikmeter fast 50 Cent mehr.

Viele Bauprojekte

„Die Suppe wird kalt!“

Kurz noch ein paar Zahlen: 68-mal sind die Ratsvertreter der Stadt im zurückliegenden Jahr zu Ausschuss- und Ratssitzungen zusammengekommen, listet Ratsvorsitzender Manfred Buss auf. Am häufigsten hat der Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt getagt – was wenig wundert bei den vielen Bauprojekten in der Stadt. 102 Stunden haben die Ratsvertreter in Sitzungen und Ausschüssen verbracht. Rechnet man Frakti­ons- und Gruppensitzungen hinzu, sind es sogar 219 Stunden.

Dann heißt es „frohe Weihnachten“. Rat und Verwaltung genießen ihr Weihnachtsmenü aus der Bürgerhaus-Küche. Es gibt Fingerfood und ein Fasanensüppchen. Das ist nach 18 Minuten Ratssitzung noch schön heiß.

Oliver Braun Redakteur / Redaktion Jever
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