Schortens „Dass gleich zwei Ratsfraktionen zu einer Sitzung nicht erscheinen, das habe ich in 38 Jahren Rats­arbeit noch nie erlebt“, sagt Michael Fischer (SPD). Der Vorsitzende des Schortenser Planungsausschusses musste am Donnerstag die soeben eröffnete außerordentliche Sitzung nach einer kurzen Erklärung gleich wieder schließen.

CDU und Grüne waren nicht erschienen und auch der Vertreter der Unabhängigen (UWG) hatte sich berufsbedingt kurzfristig abgemeldet. Sechs von zehn Ausschussmitgliedern wären nötig gewesen, doch nur die vier der SPD und der Vertreter der Wählergemeinschaft Freie Friesländer (WFF) nahmen teil. Der Ausschuss war somit nicht beschlussfähig.

Warten auf das „Go“

Eine Entscheidung zu ei­nem Antrag der Investoren, die auf dem Areal des Grön Winkel die Wohnresidenz am Rathaus bauen wollen und um Änderungen von Festsetzungen im Bebauungsplan baten, musste vertagt werden. Sehr zum Ärger der Planer und Investoren, die zunehmend den Eindruck gewinnen, als wolle man das Projekt blockieren.

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Die Planer stehen mit dem Bauvorhaben in den Startlöchern. Doch für die geplante Tiefgarage muss die so genannte Grundflächenzahl erhöht werden und auch die Geschossflächenzahl habe sich verändert, weil statt zwei Voll- und eines Staffelgeschosses nun drei Vollgeschosse gebaut werden.

Statt 59 plane man nun 50 Wohnungen: Der Zuschnitt einiger Wohnungen werde größer, weil es entsprechende Nachfrage auch nach größeren Wohnungen in dem Objekt gebe. „Am Volumen des Baukörpers und dessen Höhe von gut zwölf Metern ändert das aber gar nichts“, so Architekt Frank Schumacher. Auch das Problem der Anzahl an erforderlichen Pkw-Stellplätzen sei mittlerweile gelöst.

Der Landkreis hat das Projekt inzwischen genehmigt. Jetzt wartet man nur noch auf das „Go“ aus Schortens.

Die SPD sprach mit Blick auf die ferngebliebenen Ratskollegen von einer Trotzreaktion: „Die SPD hat überhaupt kein Verständnis für den Boykott der Sitzungsteilnahme einiger Ratsfraktionen an der heutigen Sitzung“, sagte Udo Borkenstein (SPD). Das sei keine gute Außenwirkung, wenn man so mit Investoren umgehe und mit den Bürgern, die gekommen sind, sagte Borkenstein.

Die außerordentliche Sitzung des Planungsausschusses für Donnerstagabend war bereits am 3. Juli beschlossen worden, weil sonst turnusgemäß erst am 15. August getagt worden wäre und eine endgültige Entscheidung erst weitere zwei Wochen später im Verwaltungsausschuss gefallen wäre.  Die Sitzung sei ohne Widerspruch terminiert worden. Bald darauf sagten CDU und Grüne wegen Urlaubs ab und weil sie die Dringlichkeit des Investors nicht erkannten.

„Seit 2014 haben wir hier mitten in Schortens erst eine Brandruine und nun eine Abbruchhalde“, so Borkenstein. Nach langer Zeit sei es gelungen, einen Investor zu finden, der eine neue Wohnanlage bauen will. „Jetzt hätten wir die Gelegenheit, bürgerfreundlich und investorenfreundlich den Neubau zu beschleunigen. Leider verhindern das einige Ratsfraktionen durch ihre Abwesenheit.“

Die Wogen glätten

Bürgermeister Gerhard Böhling versuchte die Wogen zu glätten. Er sprach nach der geplatzten Sitzung mit den Investoren der Wohnanlage am Rathaus. Nun soll das Vorhaben im Planungsausschuss am 15. August erneut zur Beratung vorgelegt werden. „Wegen der Wichtigkeit des Projekts für unsere Stadt wird der Verwaltungsausschuss miteingeladen“, so Böhling. Sofort im Anschluss daran findet eine Sitzung des Verwaltungsausschusses zur abschließenden Entscheidung statt.

„Ich glaube, dass das für die Investoren okay ist“, so Böhling. „Abschließend sagen konnte man mir das gestern Abend zwar nicht – aber Zustimmung dazu wurde signalisiert.“

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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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