Schortens Grün statt Grau soll in künftigen Neubaugebieten der Stadt Schortens die Devise bei der Gartengestaltung sein: Im Ausschuss für Planung, Bauen und Umwelt schloss sich eine Mehrheit dem Antrag der SPD-Fraktion an, die die Anlage von Kiesbeeten und Schotterflächen deutlich einschränken will.

Unterstützung gab es für den Antrag und einer daraus abgeleiteten Satzung der Verwaltung auch vom Gruppenpartner FDP und erwartungsgemäß von den Grünen. CDU und UWG votierten dagegen.

Naturschutz fördern

SPD/FDP und Grüne wollen mit den Vorgaben zur Gartengestaltung den Umwelt- und Naturschutz fördern, einer weiteren Bodenversiegelung entgegenwirken und nicht zuletzt der heimischen Insekten- und Vogelwelt wieder mehr Lebensraum verschaffen.

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Thomas Labeschautzki (SPD) begründete den Antrag seiner Fraktion mit dem Wunsch nach mehr lebendiger Natur und Lebensqualität in der Stadt. „Leider ist eine lebensfeindliche Gartengestaltung auf dem Vormarsch“, behauptete Labeschautzki.

Er sei kein Freund davon, alles reglementieren zu wollen, aber mit Blick auf den Insektenschutz und das Vogelsterben sollte eine solche Form der Gartengestaltung, die den Insekten und der Vogelwelt kaum noch Lebensräume biete, unterbleiben.

Thomas Eggers (CDU) räumte ein, dass auch er kein Freund solcher Steinwüsten sei und es lieber grün und blühend im Garten habe: „Aber wir sollten den Menschen das nicht vorschreiben, sondern auf die Einsicht der Bürger setzen.“ Fraglich sei zudem, wer und wie man das alles kontrollieren soll; zum Beispiel, ob unter dem Kiesbett wasserdurchlässiges oder undurchlässiges Vlies verlegt wurde.

Auf die Einsicht der Bürger würde der Vorsitzende des Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) Friesland, Hartmut Müller-Mangels, eher nicht setzen: „Es bauen ja vor allem junge Familien. Die biologische Vielfalt muss bei den Leuten ankommen.“ Eine Satzung wie die nun vorgeschlagene, sei daher sehr sinnvoll.

Nur 2 Prozent mit Kies

Marc Lütjens von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) unterstützt den Antrag der SPD nicht. „Der ist uns zu undifferenziert“, sagte er.

Die von der Verwaltung vorgelegte Gestaltungssatzung sieht immerhin noch vor, dass auch in künftigen Baugebieten Kies, Steine oder Schotter auf bis zu 25 Prozent der Gartenfläche zulässig sein sollen – allein schon rund ums Haus als Spritzschutz bei Niederschlägen.

Dass die Schortenser in ihren Gärten ohnehin mehr Grünes und Blühendes haben, machte Bauamtsleiter Theodor Kramer deutlich: Nur zwei bis drei Prozent der Vorgärten in Schortens und seinen Ortsteilen seien großflächig mit Kies oder Schotterflächen gestaltet, hat er eruiert.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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