Schortens Das Jugend- und Familienzentrum „Pferdestall“ in Schortens ist für Janto Just von der Wählergruppe „Freie Bürger“ in etwa das, was für Altkanzler Gerhard Schröder mal die Familienpolitik war: Gedöns. Alljährlich zu den Haushaltsberatungen rechnet Just den Kollegen im Stadtrat vor, was das Jugendzentrum die Stadt kostet, dass das alles viel zu viel sei und er fordert erhebliche Einsparungen. Andere Kommunen kriegen’s schließlich auch billiger hin, sagt Just.

Der Fachausschuss Schortens für Kinder, Jugend und Soziales kommt an diesem Dienstag, 23. Februar, um 17.30 Uhr zusammen. Der Beginn wurde kurzfristig um eine halbe Stunde verschoben. Die Sitzung im Bürgerhaus ist öffentlich und findet unter den aktuellen Corona-Regeln statt.

Neben dem Antrag der Freien Bürger zu Einsparungen im Jugendzentrum geht es auch um den Jahresbericht des Jugend- und Familienzentrums, außerdem um die Möglichkeiten eines Anbaus der Turnhalle Sillenstede sowie um die weiteren Planungen beim Bau der Kita Jungfernbusch.

So auch diesmal: Für die Beratungen im Fachausschuss für Schule, Jugend und Sport an diesem Dienstag hat die Fraktion „Freie Bürger“ ei­nen Antrag eingebracht, der darauf abzielt, den „Pferdestall“-Etat von derzeit 550 000 Euro auf fast die Hälfte zusammenzustreichen, so dass jährlich nur noch ein Zuschuss von höchstens 300 000 Euro nötig sei – exklusive Kosten für die Schulsozialarbeit. Weil die Schulsozialarbeit Landesaufgabe sei, will Just außerdem, dass das Land die bisher an rund 1100 Grund- und Berufsschulen angebotene Schulsozialarbeit zügig auf alle Grundschulen ausweitet. Die Stadt Schortens soll die bisher auf eigene Kosten angebotene Schulsozialarbeit an den Grundschulen wegen Unzuständigkeit und fehlender Leistungsfähigkeit zum nächstmöglichen Zeitpunkt einstellen. Laut Just würde die Stadt so jährlich rund 75 000 Euro sparen.

Die Leiterin des Schortenser Jugend- und Familienzentrums, Sandra Gudehus, wird im gleichen Ausschuss ihren Jahresbericht vorstellen. Darin heißt es unter anderem: „Aus Sicht der Einrichtungsleitung sind die Personalressourcen überprüft und angepasst.“ Das Team müsse die Abordnung eines Mitarbeiters für den Personalrat kompensieren. Wegen der stundenweisen Freistellung seien Angebote in der Jungenarbeit leider ausgefallen. Die Politik könne die Sommerferienbetreuung von 32 auf 23 Kinder reduzieren. Eine weitere Personalreduzierung würde laut Gudehus aber zum Verlust von Kernkompetenzen und zu einer Senkung des Angebots im „Pferdestall“ führen. Gudehus appelliert zudem, die seit langem geführte Kostendiskussion und Überprüfung der Arbeit im „Pferdestall“ möglichst bald zu einem Abschluss zu bringen.

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Diesem Wunsch widerspricht Just: Die Kostendiskussion zu beenden, noch bevor es überhaupt zu nennenswerten Einsparungen gekommen ist, könne es nicht geben. „Wir wollen bei der Jugendarbeit keinen Kahlschlag, aber wir wollen eine Rückkehr zu dem, was sich Kommunen wie Schortens in ihrer Haushaltslage leisten können.“

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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