Untersuchung
Zwölf Kilometer fallen durch

Sande hat 127 Kilometer Straßen und Wege – und die sind in der Summe in einem eher mittleren Zustand. Mancher Bürger bewertet den Straßenzustand subjektiv anders.

Bild: Oliver Braun
Das Messfahrzeug von Eagle Eye Technologies im März in der Posener Straße. Trotz vieler Risse und Löcher ist diese Straße nicht Sandes „Problemstraße Nummer 1“.Bild: Oliver Braun
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Sande Der Zustand der Straßen und Wege im Sander Gemeindegebiet ist offenbar doch besser, als viele Bürger es subjektiv wahrnehmen –
allerdings liegt Sande im Vergleich zu Gemeinden vergleichbarer Größenordnung eher im unteren Mittelfeld. Heißt: Es ist weniger dramatisch als befürchtet, aber es gibt für die Gemeinde Sande in Sachen Straßenbau und -sanierung genug zu tun in nächster Zeit.

Das ist das vorläufige Ergebnis einer mobilen Straßendaten- und -zustandserfassung, die Dr. Adam Plata von der Berliner Firma Eagle Eye Technologies jetzt im Sander Fachausschuss für Straßen, Wege und Feuerlöschwesen vorgestellt hat. Im Frühjahr und Sommer war ein mit allerhand Kameras und Sensoren ausgestattetes Messfahrzeug im Gemeindegebiet unterwegs und nahm mit seinen elektronischen Adleraugen (engl. Eagle Eye) Straßen und Wege auf. Kein Riss, kein Schlagloch, keine Spurrille oder Versackung blieb dem Adlerauge verborgen. Insgesamt wurden 80 Kilometer Straßen- und Wegenetz abgefahren und analysiert.

Was sich aus der Datensammlung für Notwendigkeiten zur weiteren Sanierung der Sander Straßen ergeben, das ist nun Sache der Politik.

Plate wies darauf hin, dass es mit Blick auf eine Sanierungs-Prioritätenliste nicht nur auf den Zustand der Straße ankommt, sondern auch auf deren Bedeutung und Nutzung innerhalb des Straßennetzes, oder ob die Straße zum Beispiel wegen einer anstehenden Kanalsanierung ohnehin demnächst geöffnet werden muss. Auch Baustellenverkehr zu Beispiel bei der Erschließung eines Neubau- oder Gewerbegebietes sei ein triftiger Grund, mit einer Sanierung gegebenenfalls noch zu warten, bis die zusätzliche Verkehrsbelastung vorbei ist.

Etwa neun Prozent des Straßennetzes – zwölf Kilometer – sind in einem Zustand, der ein baldiges Handeln erfordere. Dringenden Handlungsbedarf gebe es der Un­tersuchung zufolge im Falkenweg in Höhe der Oberschule und in der Bahnhofstraße zwischen den beiden Kreiseln. Und auch am außerörtlichen Sillandweg gebe es mehrere Abschnitte, die die Gesamtnote nach unten drücken. Den kompletten Projektbericht will Eagle Eye noch im September liefern.

Frank David (FDP) merkte an, dass die jährlich 150 000 Euro im Haushalt kaum ausreichen dürften, um zwölf Kilometer Schäden zügig zu beheben. Bürgermeister Stephan Eiklenborg wie auch Ausschussvorsitzender Peter de Boer (CDU) stellten fest, dass man nun Klarheit habe: „Die Daten der Untersuchung sind eine belastbare Grundlage.“ De Boer sagte aber auch, dass „90 Prozent gute Straßen“ vom subjektiven Gefühl vieler Bürger abweiche. Viele Bürger seien überzeugt, dass Sande viel mehr Straßen in schlechtem Zustand hat.

Unklar bleibt unter anderem, warum die erst zwei Jahre alte Bahnüberführung Deichstraße, an deren Auframpung sich schon größere Bodenwellen gebildet haben, noch mit sehr guten Noten davonkommt. Möglicherweise sind diese Schäden tatsächlich erst nach der Erfassung entstanden.

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