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VAREL 250 Jahre lang haben Juden das Wirtschaftsleben und die kulturelle Gemeinschaft in Varel geprägt. Spätestens seit den 20er-Jahren des 20. Jahrhunderts waren sie erheblichen Repressionen ausgesetzt. Wem nicht noch nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten die Emigration gelang, wurde deportiert und ermordet. In der „Geschichte einer ungeliebten Minderheit“ von Rudolf Brahms werden die Schicksale der Vareler Juden aufgelistet.

Seit dem 17. Jahrhundert sind Juden in Varel ansässig gewesen, die sich zunächst in der Christiansburg ansiedelten. Nach deren Aufgabe erhielten jüdische Familien Bleiberecht in Varel. Bald erwarben die Vareler Juden ein Areal bei Hohenberge und nutzten es als Friedhof. Schwierig gestaltete sich der Weg zur eigenen Synagoge, die 1848 in der Osterstraße eingeweiht wurde. Mit der rechtlichen Emanzipation der Juden im Kaiserreich begann zugleich die schleichende Entwicklung zu rassistischen Ideen und der Verfolgung der Juden ab den 20er-Jahren. Auch in Varel gab es zahlreiche Beispiele der entwürdigenden Behandlung von jüdischen Bürgern, angefangen von der Drangsalierung von Geschäftsleuten bis zu physischer Gewalt.

Schließlich kehrten eine Reihe jüdischer Familien ab 1933 Deutschland den Rücken, wurde die jüdische Gemeinde immer kleiner, bis schließlich die letzten Vareler Juden 1942 aus einem Altenheim in der Schüttingstraße, das dem Kaufmann Ernst Weinberg gehörte, deportiert wurden (einige hatten noch nach dem Brand der Synagoge 1938 die Auswanderung geschafft).

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Deportiert wurde im März 1943 auch die Sinti-Familie Frank aus Bohlenberge bei Zetel, sie hatte dort vermutlich seit 1939 in zwei Wohnwagen in einer Sandkuhle in der Horster Straße gelebt. Die Familie Frank hatte einen kleinen Wanderzirkus betrieben, hatte aber Auftrittsverbot. Von der Familie Georg und Grete Frank überlebten nur Grete Franks Kinder Anton und Margot (sie war in ihrem Zimmer nahe der Schuhfabrik Höfers in Varel verhaftet worden) sowie Sohn Rudi den Holocaust (Rudi lebte aber nicht bei der Familie in Bohlenberge). In Auschwitz kamen um Georg und Grete Frank sowie ihre Kinder Ella und Frieda, Hans, Otto und Ursula, ferner Angela, die jüngste Tochter von Grete Frank.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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