SCHORTENS Immer wieder muss sich die Frau Tränen aus den Augenwinkeln wischen. Aus Schwerin ist sie mit ihrem Mann nach Schortens gekommen. Während der „Fliegermarsch“ über den in Tarnfarben und Schwarz-Rot-Gold geschmückten Vorplatz des Bürgerhauses schallt, stehen die Soldaten stramm und lauschen andächtig. Darunter auch ein junger Mann aus Schwerin, der in Upjever stationiert ist und als Soldat des Objektschutzregiments der Luftwaffe „Friesland“ zu den 120 Soldaten gehört, die in wenigen Tagen in ihr Einsatzgebiet nach Nord-Afghanistan aufbrechen werden. „Das ist der erste Auslandseinsatz für meinen Sohn“, sagt die Frau aus Schwerin und würde ihren Sohn am liebsten wieder mit nach Hause nehmen.

Viele Angehörige und Freunde der Soldaten, aber auch etliche interessierte Bürger sowie rund 120 Ehrengäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens haben am Mittwoch den Verabschiedungsappell für das ISAF-Folgekontingent vor dem Bürgerhaus verfolgt. Erstmals wurden mitten in Schortens Soldaten mit allen militärischen Ehren öffentlich in ihren lebensgefährlichen Einsatz verabschiedet. Am Rand des Zeremoniells protestierte eine kleine autonome Gruppe mit Trillerpfeifen und lautem Punkrock gegen den Militäreinsatz, Schortens’ Linke demonstrierte still vor einem symbolischen Sarg, die SPD wollte Flugblätter verteilen.

Die öffentliche Verabschiedung mitten in der Stadt bezeichnete Regimentskommandeur Oberst Karl-Heinz Kubiak als „herausragendes Ereignis“. Kubiak beleuchtete in seiner Rede den politischen Diskurs um den Afghanistan-Einsatz, betonte den parlamentarisch gewollten Auftrag und ging wie Bürgermeister Gerhard Böhling auf die großen Gefahren für die Soldaten im Einsatzgebiet ein. Stellvertretend für alle Soldaten überreichte Böhling dem 19-jährigen Tobias Dach aus Hamburg als Jüngstem im Einsatzkontingent ein Hufeisen als Glücksbringer.

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Militärpfarrer Gerhard Schehr lud die Soldaten zu einem Friedensgebet ein und gab ihnen Gottes Segen mit auf den Weg.

  

Oliver Braun Redakteur / Redaktion Jever
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