Jeverland Fischer, Bauern, Häuptlinge – und junge Flüchtlinge. Das sind die Hauptdarsteller in einem Projekt in den Integrationswerkstätten der Volkshochschule Friesland-Wittmund. Dort haben 32 junge Flüchtlinge in den vergangenen Wochen und Monaten in der Holzwerkstatt unter Anleitung von Jens Kuck 50 hochwertige Holz-Spielesets hergestellt, die sich am bekannten und beliebten Wikingerschach namens „Kubb“ orientieren. Die Version des Wurf- und Geschicklichkeitsspiels, die in den Holzwerkstätten entstand, nennt sich allerdings „Goldene-Linie-Schach“. Sie hat den historischen Grenzverlauf zwischen dem Harlingerland und dem Jeverland – die Goldene Linie – zum Hintergrund. Was es damit auf sich hat, ist in der beigefügten Spielanleitung genau erklärt.

Hier gibt’s das spiel

Goldene-Linie-Schach wird in den Museumsläden des Sielhafenmuseums Carolinensiel und des Schlossmuseums Jever angeboten – für jeweils 95 Euro und nur solange der Vorrat reicht.

Die handgefertigten Spielkästen gibt es in einer limitierten Auflage von 50 Stück. „Eine weitere Auflage des Spiels ist nicht geplant“, sagt Projektleiter Jens Kuck.

Zur Übergabe der Spielkästen, die auf der einen Seite mit dem Schloss das Jeverland und auf der anderen Seite mit dem Frachtsegler das Harlingerland darstellen und die in der Mitte die Goldene Linie ziert, trafen sich die Beteiligten an einem wohlgewählten Ort: an der Häuptlingsstraße in Middoge beim dortigen Dorftreff und somit „in Hölzchenwurfweite zur Goldenen Linie“. Mit dabei: Vertreter der Rotary-Clubs Jever-Jeverland und Wittmund-Esens, die das Projekt gemeinsam finanziert haben, sowie die beiden „Häuptlinge“ der heute in friedlicher Ko-Existenz lebenden Landkreise Friesland und Wittmund, Sven Ambrosy und Holger Heymann.

Natürlich gab es viel Lob und Anerkennung für die Idee und die Umsetzung des Projekts in den VHS-Integrationswerkstätten in Jever und Wittmund. Sielhafen- und Schlossmuseum arbeiten seit vielen Jahren zusammen, Friesland und Wittmund ebenso. Vor allem ist das Projekt Goldene-Linie-Schach „viel mehr als nur ein Spiel“, sagte Ambrosy. „Das Werkstattprojekt ist gelebte Integration“, betonten er und sein Amtskollege Heymann.

Die jungen Flüchtlinge haben mit der Spieleproduktion in ihrem Hauptschulkursus handwerkliche Grundfertigkeiten erlangt, in der Planung ihr Geometriewissen ein­gesetzt und nachhaltig für einen guten Zweck gearbeitet. In wenigen Wochen schreiben sie ihre Abschlussprüfungen für den Hauptschulabschluss, sagte Anleiter Jens Kuck. Einige haben schon einen Ausbildungsplatz, andere wollen weiter zur Schule gehen.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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