Organspende
„Man muss ohne Verurteilung Nein sagen können“

Bild: CDU
Auf dem Podium: (von links) Barbara Backer, Dr. Christian Prause, Jens Nacke.Bild: CDU
Keine Freiartikel mehr in diesem Monat.

Bereits NWZ-Abonnent?

Jetzt anmelden

Noch nicht registriert?

Als Abonnent der Nordwest-Zeitung und des NWZ-ePapers haben Sie den vollen Zugriff nach einmaliger Freischaltung bereits inklusive!

Zugang freischalten

Noch nicht registriert?

Als Abonnent der Nordwest-Zeitung und des NWZ-ePapers haben Sie den vollen Zugriff nach einmaliger Freischaltung bereits inklusive!

Zugang freischalten

Jever 2017 haben 797 Menschen 2594 Organe gespendet – ihnen stehen mehr als 12 000 Menschen gegenüber, die auf ein Spender-Organ warten. Auf Anregung der Jungen Union hat sich der CDU-Kreisverband Friesland mit dem Thema Organspende befasst.

„Wir reden heute nicht über den Tod, sondern über das Leben“, betonte Moderator Sebastian Werl, stv. Vorsitzender der CDU Jever, zu Beginn. Und: „Ablehnung muss möglich sein“, fasste Kreisvorsitzende Christel Bartelmei am Ende zusammen. „Wichtig ist, dass die Menschen gut informiert sind und sich bewusst entscheiden können.“

In der Diskussion stellten sich Barbara Backer vom Verein Organtransplantierte Ostfriesland, Dr. Christain Prause vom Elisabeth-Krankenhaus Thuine, Landtagsabgeordneter Jens Nacke und Pastor Falko Schilling den Fragen des Publikums. Backer und Schilling berichteten aus direkter Betroffenheit: Beide haben eine Spender-Leber erhalten. Backer liegt es am Herzen, dass sich mehr Menschen bewusst für die Organspende entscheiden.

Pastor Schilling sieht die Organspende als Geschenk: „Sie ist keinesfalls eine gesellschaftliche Bringschuld. Es ist wichtig, dass man ohne moralische Verurteilung auch Nein sagen kann“, betont er. Die Kirchen sehen die Organspende als Akt der Nächstenliebe an, so Schilling.

Prause, Chefarzt der Klinik für Anästhesie in Thuine und Transplantationsbeauftragter, berichtete auch vom schwierigen Ablauf der Gespräche mit Angehörigen. Meist sei die Bereitschaft zur Organspende nicht in den Familien thematisiert worden. Er wünscht sich eindeutigere Regeln zur Willensbekundung. Entsprechend wird zurzeit in der Bundespolitik diskutiert: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) plädiert dafür, dass jeder zum Organspender wird, wenn er oder seine Angehörigen im Vorfeld nicht aktiv widersprochen haben.

Wie Landtagsabgeordneter Nacke ausführte, werde das in den meisten europäischen Ländern so gehandhabt. In Deutschland dagegen muss der Bereitschaft zur Organspende aktiv zugestimmt werden. Diese Frage wird auch bei der Jungen Union intensiv diskutiert, berichteten Vorsitzender Felix Janßen und seine Stellvertreterin Svenja Swijg­huizen. Der CDU-Nachwuchs hat einen Antrag zur Verbesserung der Spendenbereitschaft formuliert, den sie in die Parteigremien einbringen wird.

Das könnte Sie auch interessieren