Jever Auch in Jever ist die Betroffenheit über die schreckliche Bluttat in Halle groß. Mehr als hundert Bürger der Stadt versammelten sich spontan vor dem Gröschlerhaus, um der Opfer zu gedenken und ihrem Abscheu vor diesem Verbrechen Ausdruck zu verleihen. Sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche hatte es vorher Gottesdienste gegeben, die sich mit den Ereignissen auseinandergesetzt hatten.

In einem Demonstrationszug kamen die Kirchenbesucher anschließend gemeinsam zum Gröschlerhaus. Mit einer Schweigeminute gedachten sie am Gröschlerhaus der Opfer.

„Alle Menschen in diesem Land dürfen dankbar sein, dass die Tür der Synagoge in Halle gehalten hat“, zeigte Pastor Volker Landig die eigentliche Dimension dieses Verbrechens auf. Denn der eigentliche Plan des Verbrechers war es, in der Synagoge am höchsten Feiertag der jüdischen Gemeinde, dem Jom Kippur, ein Blutbad anzurichten. Kein Glaube dürfe über einem anderen stehen und schon gar nicht in einem Land, das den Makel des großen Völkermords an den Juden zu tragen habe.

Wenn ein Mensch mit kaltblütigem Kalkül versuche, andere umzubringen, dann sei das nicht eine Angelegenheit, die von Behörden und Polizei aufzuklären sei. Hier sei die gesamte Öffentlichkeit und jeder einzelne Mensch gefordert, hob Jevers Bürgermeister Jan Edo Albers hervor. Dieses Verbrechen habe man fast kommen sehen. In vielen Bereichen unserer Gesellschaft und insbesondere in den sozialen Medien sei der Respekt voreinander verloren gegangen. Und hier müsse sich grundlegend etwas ändern. Die Öffentlichkeit müsse grundlegend umdenken und Grenzen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, wieder respektieren.

Mit „Shalom“ begrüßte Landrat Sven Ambrosy die Versammlung. „Nie wieder Krieg, nie wieder Diktatur und nie wieder Antisemitismus, das sind die Fundamente unseres Staates und die Fundamente unserer Werte. Und diese Tat ist ein Angriff auf unsere Werte und unseren Staat, inspiriert aus der Parallelwelt des Internets. Dazu müssen wir laut und vernehmlich Nein sagen“, appellierte er an die Versammlung. Eine gute Bildung sei die beste Waffe gegen Rassismus und Ausgrenzung.

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