Jever Ihm liegt die Jugendarbeit besonders am Herzen: Seit 2006 ist Tobias Podein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Jever – gestartet ist er in der Jugendfeuerwehr. Heute ist der 23-Jährige nach Bestehen von zehn feuerwehrtechnischen Lehrgängen bestens ausgebildet, ist stellvertretender Jugendfeuerwehrwart und stv. Gruppenführer. „So lange ich noch keine familiären Verpflichtungen und Zeit habe, will ich all mein Wissen an den Nachwuchs weitergeben, damit immer genug ehrenamtliche Feuerwehrleute zur Verfügung stehen, um Bürgern helfen zu können“, hat er Rüdiger Piltz vom Lions-Club Jever erzählt.

Und wie Piltz waren auch die übrigen Mitglieder des Lions-Clubs am Mittwochabend sehr angetan und beeindruckt von dem jungen Feuerwehrmann. Sie ehrten ihn im Kino Jever mit dem mit 500 Euro dotierten Jugend-Ehrenamtspreis für sein Engagement.

Seit 2011, als der Lions-Club Jever 40-jähriges Bestehen feierte, vergeben die Männer alle zwei Jahre den Ehrenamtspreis an junge Leute aus dem Jeverland, die sich in besonderem Maß ehrenamtlich engagieren, erläuterte Präsident Jens Koch.

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Auf die Ausschreibung im vergangenen Jahr – die Lions schreiben Vereine und Organisationen im Jeverland an und bitten sie um Vorschläge – hatte der Club zwölf Bewerbungen erhalten. „Daraus stachen zwei Bewerber besonders hervor“, berichtete Rüdiger Piltz, der den Ehrenamtspreis organisiert: Neben Tobias Podein überzeugte die Lions auch Katharina Leitner: Die 21-Jährige ist beim TuS Glarum Jugendtrainerin im Gerätturnen und Jugend-Vorstand. Sie sei ein großes Vorbild für die Jugend – sowohl bei Erfolgen als auch bei Misserfolgen, hatte TuS-Vorsitzender Reinhard Milter in die Bewerbung geschrieben.

„Und so entschieden wir uns, einen Sonderpreis Sport zu vergeben“, berichtete Piltz. Katharina Leitner war extra von ihrem Studienort in Paderborn nach Jever gekommen, um den mit 200 Euro dotierten Sonderpreis entgegenzunehmen. Und am Abend fuhr sie noch nach Paderborn zurück – denn am Donnerstag standen Klausuren an.

Dass Tobias Podein so ein begeisterter und begeisternder Feuerwehrmann ist, liegt an einem einschneidenden Erlebnis: 2006, er war elf Jahre alt, gab es einen Brand in seinem Elternhaus: Ein technischer Defekt im Wäschetrockner hatte das Badezimmer in Brand gesetzt.

Während seine Mutter versuchte, das Feuer zu löschen, griff Tobias zum Telefon und wählte die 112. Er hatte gerade in der Schule gelernt, wie man den Notruf absetzt. Doch der Disponent am Ende der Leitung glaubte dem Jungen nicht – so rannte Tobias mit dem Telefon ins Bad und ließ von seiner Mutter aus dem Hintergrund den Notfall bestätigen.

Melanie Hanz Redakteurin / Gesamtleitung Friesland
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