Jever „Die SPD musste in ihrer langen Geschichte niemals ihren Namen wechseln. Sie hat auch in schwierigen Zeiten zu ihren Werten gestanden.“ Das hob Frieslands Landrat Sven Ambrosy in seinem Grußwort auf der Geburtstagsfeier des SPD-Ortsvereins Jever hervor. Die Partei sei immer eine Friedenspartei gewesen und habe für soziale Teilhabe gekämpft. Und dass soziale Teilhabe und Wirtschaftswachstum kein Widerspruch sei, sei heute längst bewiesen.

Aus der Geschichte

Gegründet 1894 war der SPD-Ortsverein Jeverland auf Wilhelmshaven ausgerichtet, wo seit 1870 Arbeitervereine aktiv waren und wo viele Jeverländer arbeiteten. Von Bant aus, damals noch nicht preußisches Wilhelmshaven, organisierte Paul Hug die Sozialdemokratie auf der Ostfriesischen Halbinsel.

1899, fünf Jahre nach Gründung der SPD Jever, zog Hug als erster Sozialdemokrat in den oldenburgischen Landtag ein. Bereits bei der Wahl 1902 gewann die SPD im Wahlkreis Jever alle Mandate. Beim Parteitag 1904 in Oldenburg waren auch Jeveraner unter den 30 Delegierten. 1907 wurde Paul Hug SPD-Landesvorsitzender.

Mit geladenen Gästen hat Jevers SPD am Freitagabend im Lokschuppen Jever ihren 125. Geburtstag gefeiert. Wie immer wortgewandt und unterhaltsam blickte Bernd Theilen auf die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück, die er als Landtagsabgeordneter und Regierungspräsident aktiv miterlebt und gestaltet hat. Besonders ist ihm der Besuch Willy Brandts 1974 auf Helgoland und in Wilhelmshaven in Erinnerung geblieben. Dort hatte Brandt von dem Spion im Kanzleramt erfahren und wenige Tage danach ist er als Bundeskanzler zurückgetreten.

Auch die Gebietsreform und der damit verbundene Kampf um den Erhalt bzw. die Wiederherstellung des Landkreises Friesland sind für ihn prägende Themen gewesen. Ohne diesen Kampf sähe Friesland heute ganz anders aus – der Nordkreis würde zusammen mit Wittmund einen Landkreis bilden, der Südkreis gehörte zum Ammerland.

Eine große Stärke Frieslands sei, dass das Mandat für den Bundestag, den Landtag und der Landrat aus den Reihen der SPD stamme, betonte Theilen. Damit könnten die Interessen des Landkreises kraftvoll vertreten werden.

Bis zurück in die Zeit der Gründung der SPD ging Volker Landig in seinem Festvortrag. In einer Gaststätte gründete sich 1894 der Volksverein „Wach auf“. Die Gaststätte hatte den so genannten „Gesellenverkehr“, das heißt wandernde Gesellen konnten hier Unterkunft bekommen. Aus diesem Verein ging dann zwei Jahre später die SPD hervor. Und bei der Reichstagswahl 1897 konnte sie stolze 17 Stimmen verbuchen.

Angefeindet von der bürgerlichen Presse, dem Bürgertum und dem Adel im Kaiserreich sei es für die SPD nicht leicht gewesen, in den ländlichen Strukturen des Jeverlands Fuß zu fassen. Anders sah das in Wilhelmshaven aus, wo mit dem Bau des Hafens und der Marine eine ganz andere Basis für Partei und Gewerkschaften vorhanden war.

Bernd und Traute Theilen wurden in dem festlichen Rahmen für ihre 50-jährige Mitgliedschaft geehrt.

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