Jever Zum 80. Mal jährt sich am 9. November die Pogromnacht: In der Nacht zum 10. November 1938 wurden im ganzen Land die Synagogen zerstört – auch in Jever. Die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, die Stadt Jever und die Kirchengemeinden laden deshalb zur Gedenkstunde am Freitag, 9. November, um 17 Uhr mit anschließendem Erinnerungsgang ein.

Zunächst wird an der Gedenktafel für die jeversche Synagoge an der Großen Wasserpfortstraße 19 von Bürgermeister Jan Edo Albers und den Pfarrern der Kirchengemeinden ein Kranz niedergelegt.

Die Ansprache hält Jannes Wiesner, Schüler des Mariengymnasiums, Mitglied des Jugendparlaments Friesland und stv. SPD-Vorsitzender im Wangerland.

Ziel des anschließenden Erinnerungsgangs durch die Innenstadt ist die Gedenkstätte für die jeverschen Opfer des Holocaust an der Frl. Marien-Straße. Nach Gedanken von Pastor Rüdiger Möllenberg über „Krieg gegen das eigene Volk“ verlesen Schülerinnen und Schüler des Mariengymnasiums die Namen der Opfer.

Die jüdischen Männer aus Jever wurden am Morgen nach dem Synagogenbrand an der Ruine vorbei durch die Stadt getrieben und verhaftet, dann nach Oldenburg und ins KZ Sachsenhausen gebracht. Die meisten wurden nach einigen Wochen entlassen. Im Sommer 1940 war Jever „judenrein“. Bis 1945 starben mindestens 67 jüdische Jeveraner. Die vor genau 40 Jahren am 9. November 1978 am Haus Große Wasserpfortstraße 19 enthüllte Bronzetafel erinnert an die Synagoge. Das 1996 errichtete Mahnmal an der Frl. Marien-Straße zwischen Amtsgericht und Gefängnis nennt die Opfer des Faschismus.

Am Sonntag, 11. November, öffnet der Arbeitskreis Gröschler-Haus im Jeverländischen Altertums- und Heimatverein von 14 bis 18 Uhr das Haus für die Ausstellung „Die Synagoge von Jever und ihre Zerstörung 1938“. Das aktuelle Projekt, die einstige Synagoge in virtueller 3D-Animation zu rekonstruieren, wird im Entwurf und als Video vorgestellt.


Mehr Infos unter   www.groeschlerhaus.eu 
Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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