Jever Klare Ansage von Wolfgang Steinborn vom Diakonischen Werk: „Wenn sich nichts ändert, werden die Kindergartenplätze ab 2019 in Jever definitiv nicht ausreichen.“ Das betonte er im jeverschen Schul- und Sozialausschuss.

Mit Hilfe eines „Kita-Monitors“ ist der Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen errechnet worden – und den stellte Steinborn jetzt vor. Es wurde deutlich: aktuell gibt es 31 Betreuungsplätze zu wenig. „Zwar gibt es immer noch drei Nachrückverfahren und die Erfahrung zeigt: Es springen immer noch Eltern ab. Bis November werden alle einen Platz bekommen, die auch einen Platz benötigen“, so Steinborn. Aber: „Was nach November kommt, ist unklar.“

Errechnet wurde, dass es für 2018/2019 insgesamt 42 Krippenplätze zu wenig gibt. „Ob das tatsächlich auch zutrifft ist unklar, garantieren kann ich das nicht“, sagte Steinborn. Gerade die Nachfrage nach Krippenplätzen sei schwierig zu beurteilen – die Krippenkinder für 2020 sind noch gar nicht geboren. Leichter sei dagegen die Vorhersage der Kindergartenplätze: „Diese Nachfrage steigt massiv an.“ Deshalb sollte – ob nun für Krippen- oder für Kindergartenkinder – mehr Raum geschaffen werden.

Das Fazit und die Empfehlung von Steinborn:

 Der Container am Kindergarten „Klein Grashaus“ soll stehenbleiben

 Es wird mindestens noch ein weiterer Container benötigt

 Es macht Sinn, für die Zukunft ein weiteres Gebäude – ob für Krippe oder Kindergarten – zu bauen, um gewappnet zu sein. „Die Container sind ausreichend, aber keine Dauerlösung.“

Bürgermeister Jan Edo Albers stimmte zu, dass – in welcher Form auch immer – reagiert werden und die Stadt sich mit den Zahlen auseinandersetzen muss. „Ich empfehle, bis 31. Mai die Zahlen weiter zu beobachten. Dann werden wir uns mit der Frage nach einem möglichen Neubau bzw. dem Einsatz eines zweiten Containers beschäftigen.“ Schon vorher wurde sicherheitshalber ein Container-Strandort an der Hammerschmidtstraße eingeplant.

Wenn es tatsächlich zu einem Neubau käme, so Albers, dann soll jedoch von vornherein mit einem größeren Standort geplant werden. „Es ist nicht sinnig, kleinere Standorte in der Stadt zusammenzubasteln.“ Die Ausschussmitglieder stimmten dem zu und beschlossen ebenfalls, den Container am Kindergarten „Klein Grashaus“ für zunächst ein Jahr weiterzuführen. Die erforderlichen Mittel von ca. 60 000 Euro werden im 1. Nachtragshaushalt bereitgestellt.

Jugendbeteiligung: Wo soll es hingehen?

Weiteres Thema im Jugend- und Sozialausschuss war die Einrichtung einer nachhaltigen Jugendbeteiligung. Die Ausschussmitglieder stimmten für die Erhöhung des Budgets des Jugendhauses um 1000 Euro für Veranstaltungen, die der Jugendbeteiligung dienen.

Stadtjugendpfleger Detlef Berger stellte ausführlich ein Rahmenkonzept vor: Bereits seit 2015 arbeitet die Stadtjugendpflege an der Umsetzung einer Beteiligung von Jugendlichen an der Politik, aber zum Beispiel eine strukturierte Beteiligung in Form eines Jugendparlaments konnte nicht erreicht werden. „Die Strukturen in Politik und Verwaltung sind nicht transparent genug. Die Jugendlichen fühlen sich nicht wahr- und vor allem nicht ernstgenommen.“

Um ein Konzept auf die Beine zu stellen, hat Berger zunächst den Ist-Zustand der Jugendbeteiligung vorgestellt. Was gibt es?
 An Schulen gibt es Schul-/bzw. Klassensprecher
 Es gibt Jugendsprecher von Vereinen
Das Jugendzentrum bietet eine Jugendbeteiligung mit Projekten an
 Rat und Verwaltung beziehen Jugendliche und Kinder in Planungen ein, wie bei der Spielleitplanung.

Was fehlt?
 Ein Stadtschülerrat
 Ortsbezogene Jugendbeteiligung (Moorwarfen/Cleverns)
 Eine enge Verbindung von OKJA (Offene Kinder- und Jugendarbeit im Jugendhaus) und Schule
 Eine Planung für den Freizeitbereich, der in Kinder- und Jugendhänden liegt

Ziel und Arbeitsansatz:
 Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen Schule, Stadtjugendring, Vereinen/Verbänden und OKJA
 Infos über Nutzen der Beteiligung in Vereinen/Verbänden/Schulen
 Entwicklung von einfachen Zugängen und zügigen Entscheidungsprozessen in Politik und Verwaltung

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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