Schortens Die Zukunft oder das mögliche Aus des Schortenser Freizeitbads Aqua Toll schlägt wegen der Kostensteigerung nicht nur politisch wieder besonders hohe Wellen; nach der Sitzung des Freizeitbadausschusses vergangene Woche (die NWZ  berichtete) kommt es in den sozialen Netzwerken wie Facebook längst auch zu persönlichen Anwürfen.

Wie berichtet, geht es dabei jetzt um den Vorwurf der Mauschelei zwischen der Schortenser SPD-Spitze, dem Bürgermeister und Frieslands Landrat Sven Ambrosy. Über Ziel und Ergebnisse eines ersten Treffens wurde im Fachausschuss nichts mitgeteilt. Seitdem schießen Spekulationen ins Kraut.

Letzter Strohhalm

„Da gibt es auch noch nichts mitzuteilen, weil es noch kein Ergebnis gibt“, stellte SPD-Fraktionsvorsitzender Udo Borkenstein am Montag klar. Als seine Fraktion einige Tage vor der Ausschusssitzung die Beschlussvorlage erhielt, in der die Verwaltung den Stopp des Projekts empfahl, sei der erste Gedanke in der Fraktion gewesen: „Das kann noch nicht alles gewesen sein“, so Borkenstein.

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Der Beschlussvorschlag wurde (vorerst) abgelehnt; stattdessen will die SPD die Zeit bis zur Ratssitzung am 2. Juli nutzen, um alle noch denkbaren Optionen zu prüfen, das Bad zu erhalten, und dabei den Ratsbeschluss einer Kostenobergrenze von 6,4 Millionen Euro samt Reserve von 15 Prozent einzuhalten.

Um auszuloten, was geht, habe die SPD-Spitze den Landrat und den Bürgermeister zum Gespräch eingeladen. Die Ideen seien noch nicht zu Ende gedacht, so Borkenstein, daher könne und wolle man sich noch nicht äußern.

Borkenstein wie auch Manfred Buss und Anne Bödecker vom SPD-Vorstand erinnerten daran, dass es nicht unüblich sei, sich mit Landrat und Bürgermeister zu Entscheidungen auszutauschen. Zum Thema Aqua Toll und Kramermarktwiese etwa habe es solche Gespräche in der Vergangenheit auch gemeinsam mit CDU-Fraktionsvorsitzendem Axel Homfeldt gegeben. „Die Schortenser CDU hätte ihrerseits mit ihrer Alternativ-Idee eines interkommunalen Bads vielleicht auch erst mal mit den Nachbarn sprechen sollen, bevor solch ein Vorschlag in die Welt hinausposaunt und dann abgelehnt wird“, sagt Anne Bödecker.

Kostspieliger Abriss

Die SPD mag sich nicht mit dem Gedanken einer Stadt Schortens ohne Freizeitbad anfreunden. „Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir wohl bis zu vier Millionen Euro für die Abwicklung aufwenden müssten“, so Manfred Buss. „Vier Millionen Euro – und wir haben am Ende nichts.“ Kein Schulschwimmen, kein Vereinsschwimmen, kein Training der DLRG, kein Erholungsangebot für Bürger. Dem Heidmühler FC liefen jetzt bereits Sportler und Trainer weg, sagt Borkenstein.

Die Zahlen, die Axel Homfeldt aus dem Hut gezaubert hat, wonach das Aqua Toll bis zu 7,8 Millionen Euro kosten soll, kann die SPD nicht nachvollziehen: „Man will uns das Bad kaputtreden“, so Borkenstein. Die mit Laub befeuerte Energiezentrale, die für rund 700 000 Euro neben dem Bad entstehen soll, bleibt laut Borkenstein als rentierliche Investition außen vor. In sechs Jahren sei die Zentrale bezahlt, dann würden für die Energieversorgung des Bades keine Kosten mehr anfallen.

Oliver Braun Redakteur / Redaktion Jever
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