Upjever In einer bewegenden Zeremonie hat Oberst Hans Peter Dorfmüller, Kommandeur des Objektschutzregiments der Luftwaffe „Friesland“, mit Gästen auf dem Fliegerhorst Upjever einen Gedenkstein für die britische Flugzeugbesatzung enthüllt, die am 7. Juli 1940 über dem Forst Upjever mit ihrer Wellington R 3236 abgeschossen worden war. Insbesondere für die Familienangehörigen der Besatzung, die nicht nur aus Großbritannien, sondern sogar aus Australien anreisten, war dieser Tag ein besonderer.

Jährliches Treffen

Dorfmüller, der den Gedenkstein auf dem ehemaligen Flugplatz überhaupt möglich machte, sprach über die tragischen Ereignisse als einschneidendes Erlebnis in der Region. „Wir wollen mit diesem Gedenkstein einen würdigen und nun auch für jedermann sichtbaren Ort schaffen“, sagte er. Die Idee für die Aufstellung eines Gedenksteins reifte bereits vor gut zwei Jahren, als Hauptmann a. D. Charly Pfeifer von der Absturzstelle im Forst ausführlich berichtete.

Der Fliegerhorst war vor 80 Jahren von der Luftwaffe der Wehrmacht in Betrieb genommen worden – für Dorfmüller umso mehr Grund, das Gedenken an die fünf abgeschossenen jungen Männer des Wellington Kampfbombers mit diesem Jahrestag zu verknüpfen. „An dem Ort, an dem wir vor acht Jahrzehnten Feinde waren, sind wir heute Verbündete und gute Freunde“, machte Dorfmüller deutlich. Er regte ein jährliches Treffen als festen Bestandteil der freundschaftlichen Verbundenheit an.

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Familienangehörige der Wellington-Crew enthüllten den Gedenkstein. Darauf sind, umrahmt von einem Kompass, die Standorte der Geschütze und die Absturzstelle des Fliegers zu sehen. Zur Enthüllung erklang das Soldatenlied „Ich hatt’ einen Kameraden.“ Die rund 80 Gäste hielten inne, ehe Ted Fuller für die Familien seine Worte des Dankes übermittelte. „Wir haben in den vergangenen Jahren Großzügigkeit, Freundlichkeit, Wärme, Respekt und Gemeinschaft hier in Jever und Upjever erfahren und die Platzierung dieses Denkmals ist ein sehr mächtiger Akt der Versöhnung. Wir müssen uns immer wieder daran erinnern, dass es keinen Platz für Feindschaft und Hass in unserem Leben geben darf“, sagte Fuller.

Begleitet wurde die Zeremonie durch den evangelischen Militärpfarrer Heiko Schulz und den evangelischen Militärdekan Marcus Christ, die ihrerseits in ihren Gebeten der Menschen gedachten, die in der Vergangenheit und in der Gegenwart ihr Leben in Kriegen und Konfliktregionen lassen mussten.

Wrackteile ausgestellt

Neben dem Gedenkstein wird indes auch in der Militärgeschichtlichen Sammlung des Fliegerhorst Upjever an die fünf gefallenen Soldaten erinnert. Ausstellungsleiter Oberstabsfeldwebel Markus Köpke, der die Familien abschließend durch die Räume der Sammlung führte, konnte sich über zwei von Jack Waterfall übergebene Ausstellungstafeln freuen: Sie zeigen original Wrackteile der Wellington sowie eine Replik des Holzkreuzes, das bei der damaligen Beisetzung der fünf abgeschossenen Soldaten unter Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Friedhof Jever gesetzt wurde und nun auch die Ausstellung bereichert.

Die Erinnerungen an Douglas Weatherall Lindsay, Ralph Alan Aanthony Ball, Alexander Aitken, John Henry Waterfall und Alexander Glen sind nun auch auf dem Fliegerhorst Upjever nachhaltig verankert.

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