Friesland Von der Politik ernst genommen werden, Neues auf den Weg bringen und den Landkreis Friesland einfach jugendgerechter gestalten: Das ist es, was die Mitglieder des neuen Jugendparlaments in Friesland antreibt, sich zu engagieren. Seit drei Monaten besteht das Jugendparlament jetzt – einiges haben sie schon auf den Weg gebracht, vieles wir noch folgen.

Wie berichtet, hat Frieslands Jugend zum ersten Mal sein eigenes Parlament gewählt. Seit dem 1. September stehen die Kandidaten fest. Gut 3000 von insgesamt 10 000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen zwölf und 21 Jahren hatten gewählt. „Im Gegensatz zu anderen Landkreisen eine sehr hohe Wahlbeteiligung“, sagte Kreisjugendpflegerin Sandra Gudehus freudig.

Nach der konstituierenden Sitzung stand dann der Vorstand fest (siehe Infobox) und es folgten direkt die ersten Veranstaltungen: unter anderem eine Diskussionsrunde mit den Bundestagskandidaten sowie mit Minister Olaf Lies und Ministerpräsident Stephan Weil (beide SPD).

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Doch das war erst der Anfang, denn weitere Projekte sind geplant. Dazu gehören ein Informationsabend und ei­­ne Gedenkfeier für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus, was schließlich zu einer Antidiskriminierungskampagne führen soll.

„Es ist Aufgabe der Jugendlichen, die Geschehnisse im Nationalsozialismus aufzuarbeiten“, sagt Jannes Wiesner, der das Projekt mit Yulian Ide und dem Jugendparlament organisiert. „Rassismus und Diskriminierung sind nicht nur Themen der Vergangenheit – sie sind auch heute immer noch aktuell.“ Um darauf aufmerksam zu machen, soll auch eine Gedenktafel für die jüdische Familie Solmitz, die in Schortens gelebt hat, errichtet werden.

Bei einem Treffen mit Kreistagsvorsitzendem Bernd Pauluschke werden die Jugendlichen zudem in die Verwaltungsstrukturen eingeführt. Denn: Jeweils zwei Vertreter des Jugendparlaments sind auch in den Ausschüssen des Landkreises vertreten. Sie haben zwar kein Stimm-, aber dafür Rederecht und können zudem Anträge stellen. Dafür mussten zum Teil sogar Satzungen der Ausschüsse umgeschrieben werden. „Aber das zeigt uns, dass wir auch ernst genommen werden,“ sind sich die Jugendlichen einig.

Und deshalb lohnt es sich für sie auch, sich nicht unterkriegen zu lassen. Denn sie geben zu: Leicht ist die Arbeit nicht immer. „Es gibt viele Richtlinien und viele Kleinigkeiten, an die wir uns halten müssen – da muss man sich erst einmal reinarbeiten“, sagt zum Beispiel Nadine Schulz, stellvertretende Vorsitzende. „Einladungen oder Beschlüsse schreiben – das haben wir ja vorher noch nie gemacht“, fügt Vorsitzender Mustafa Fakhro hinzu. „Aber wir wollen und können so einiges vorantreiben – und deshalb lohnt sich die viele Arbeit.“

Dem stimmt auch Marina Neumann zu. Und was ihr ebenfalls gefällt: „Im Jugendparlament sind verschiedene Charaktere vertreten. Viele denken vielleicht: Politik ist nur was für Gymnasiasten. Dem ist nicht so – das zeigt die bunte Mischung bei uns.“

Und diese verschiedenen Charaktere haben alle auch verschiedene Ideen. Man kann also schon jetzt gespannt sein, was sich das Jugendparlament noch einfallen lässt.

DAS Jugendparlament Friesland

Der Vorstand des ersten Jugendparlaments Friesland wurde in der konstituierenden Sitzung am 16. September gewählt. Er besteht aus:
 Mustafa Fakhro (Vorsitzender), 19 Jahre, aus Jever
 Nadine Schulz (stellvertretende Vorsitzende), 18 Jahre, aus Zetel
 Marina Neuman n (Protokollantin), 17 Jahre, aus Schortens
 Timith Brandes (Schatzmeister), 19 Jahre, aus Sande
 Marlene Weinstock (Öffentlichkeitsarbeit), 16 Jahre, aus Schortens

Für die Ausschüsse des Landkreises sind Entsandte und Stellvertreter ernannt worden:
 Merle Onken und Lukas Becke (Arbeit und Soziales)
 Marcel Zeidler und Marina Neumann (Bauen, Feuerschutz und Mobilität)
 Mattis Wilke und Marjatta Mißmahl (Schule, Sport und Kultur)
 Nadine Schulze und Tjorven Reelf Meyrose (Umwelt, Abfall und Landwirtschaft)
 Wilko Müller und Lukas Becke (Wirtschaft, Tourismus Kreisentwicklung und Finanzen)
 Mustafa Fakhro und Timith Brandes (Jugendhilfe)

Der Informationsabend mit Gedenkfeier für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus findet am 27. Januar, 19 Uhr, im Bürgerhaus Schortens statt. Auch eine Gedenktafel für die jüdische Familie Solmitz soll errichtet werden.

Schon jetzt hat das Jugendparlament viele Ideen: unter anderem überlegen sie, das Projekt „Schule ohne Rassismus“, das bereits einige Schulen durchführen, allen Schulen im Landkreis nahezubringen. Eine weitere Idee: das Jugendparlament auch auf kommunaler Ebene durchsetzen.

Die nächste Sitzung des Jugendparlaments ist am 19. Januar in Varel.

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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